Zeitung: Iran hat Daten für den Bau einer Atombombe

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Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad scheint seinem Ziel, eine Atombombe zu besitzen, näher gerückt zu sein.

Washington/Teheran - Der Iran steht offenbar kurz davor, eine Atombombe zu bauen: Hochrangige Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde äußern laut eines Medienberichts diese Befürchtung.

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Der Iran hat nach einer vertraulichen Analyse von hohen Mitarbeitern der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) genügend Informationen für die Entwicklung und den Bau einer funktionierenden Atombombe, schreibt die “New York Times“ am Samstag im Internet. Der Expertenbericht betone einleitend, dass die Schlussfolgerungen provisorisch seien und weiterer Bestätigung durch Beweise bedürften. Diese stammten von Geheimdiensten und IAEA-Untersuchungen. IAEA-Chef Mohammed El Baradei ist zur Zeit zu Gesprächen in Teheran.

Die Schlussfolgerungen des Berichts, die laut “New York Times“ von hohen europäischen Beamten beschrieben wurden, gehen über die öffentlich eingenommenen Positionen mehrerer Regierungen, darunter der Vereinigten Staaten, hinaus. Der Iran habe “höchstwahrscheinlich“ die benötigten Informationen von externen Quellen erhalten und auf eigene Bedürfnisse zugeschnitten, schrieb die “New York Times“.

Ein nicht genannter hoher europäischer Beamter hat der “New York Times“ nach Angaben der Zeitung in Interviews den Inhalt des Berichtes beschrieben. Das Dokument sei in diesem Jahr erstellt worden. Danach sei es überarbeitet und ausgeweitet worden. Die Hauptschlussforderungen seien aber unverändert geblieben. Es sei jedoch nicht reif für die Veröffentlichung als offizielles Dokument, wird der Beamte zitiert.

Der Bericht mit dem Titel “Mögliche militärische Dimensionen von Irans Nuklearprogramm“ sei in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Atomwaffenexperten innerhalb und außerhalb der IAEA erstellt worden. Das Dokument entwerfe das Bild eines komplexen Programmes, das von dem iranischen Verteidigungsministerium geleitet werde, dessen Ziel die Entwicklung einer nuklearen Sprengladung sei, die von Schahab-3- Raketen transportiert werden können. Die Schahab-3 kann Ziele im Nahen Osten und Teile von Europa erreichen. Das Programm habe, so der Bericht, offensichtlich früh im Jahr 2002 begonnen.

In den vergangenen Monaten habe es einen Disput darüber gegeben, ob die Analyse veröffentlicht werden sollte, berichtete das Blatt. Das sei zwischen IAEA-Chef Mohammed El Baradei einerseits und andererseits IAEA-Mitarbeitern und ausländischen Regierungen, die den Druck auf den Iran erhöhen wollen, strittig. El Baradei war lange Zeit gegen eine Konfrontationsstrategie, da er sie als kontraproduktiv ansehe. Auf Forderungen nach einer Veröffentlichung des Berichts hin meldete er Zweifel über seine Vollständigkeit und Verlässlichkeit an.

Der Iran behauptet, dass seine Wissenschaftler niemals die Herstellung eines Sprengkopfs erforscht haben und dass jedes gegenteilige Dokument betrügerisch ist.

El Baradei will heute (Sonntag) mit dem Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, die Inspektion der neuen Urananreicherungsanlage in der Nähe der Stadt Ghom ausloten. Der Iran hatte erst vergangene Woche eingeräumt, dass er rund 130 Kilometer südlich Teherans bei Ghom seine zweiten Anlage zur Urananreicherung baut. Das hatte das Misstrauen vieler Länder gegenüber den Beteuerungen der Führung in Teheran geschürt, dass sie keine Atombombe anstrebt. Die IAEA-Inspektion der Anlage hatte Teheran bei Gesprächen in Genf am vergangenen Donnerstag zugestanden.

dpa

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