Tragödie in Belgien

Elf Menschen sterben nach Flugzeug-Crash

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Kurz nach dem Start stürzte die Maschine auf ein Feld.

Fernelmont - Beim Absturz eines Kleinflugzeugs mit Fallschirmspringern sind in Belgien am Samstag zehn Fallschirmspringer und der Pilot eines Kleinflugzeugs ums Leben gekommen.

Die zweimotorige Maschine stürzte zehn Minuten nach ihrem Start im Süden Belgiens ab, wie der Bürgermeister der Ortschaft Fernelmont, Jean-Claude Nihoul, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Belgiens Ministerpräsident Elio di Rupo sprach von einer "nationalen Katastrophe".

Dem Bürgermeister zufolge startete die Maschine vom Typ Pilatus auf dem Flugplatz in Temploux nahe der Stadt Namur und stürzte auf einem Feld ab. Die Absturzstelle lag demnach rund 250 Meter von Wohnhäusern der Ortschaft Marchovelette entfernt. Das Unglück ereignete sich gegen 16.00 Uhr bei mildem Wetter. Als die Feuerwehr eintraf, stand das zweimotorige Flugzeug in Flammen, wie der Feuerwehrchef von Namur, Michel Doumont, sagte.

An Bord der Maschine befanden sich Bürgermeister Nihoul zufolge Mitglieder des Fallschirmspringer-Vereins von Temploux sowie eine Frau, die anlässlich ihres Geburtstags ihre Fallschirmspringer-Taufe machen wollte. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt. "Man erkennt das Flugzeug nicht wieder, es ist zum Teil verkohlt", sagte Nihoul.

Mehrere Augenzeugen berichteten, das Flugzeug habe während des Flugs eine Tragfläche verloren. "Ich habe ein Flugzeug gesehen, das mitten im Flug seinen rechten Flügel verlor und abstürzte", sagte ein Anwohner auf einer Internetseite. Ein anderer berichtete, das Flugzeug sei über sein Haus hinweggeflogen, Teile seien heruntergefallen. "Dann sank die Nase des Flugzeugs und es stürzte 200 Meter weiter ab."

Der Anwohner Benoît Pierson sagte dem Sender RTL-TVI, er sei sofort zur Absturzstelle gerannt. Einer der Insassen sei noch am Leben gewesen. Dann habe er schnell weggehen müssen, weil das Flugzeug in Flammen aufgegangen sei. Einige Insassen seien zuvor noch hinausgesprungen, aber bei der Landung auf dem Feld gestorben, berichtete der Augenzeuge.

Der belgische König Philippe eilte zum Absturzort und betrachtete das Wrack. Anschließend wollte er die Angehörigen der Insassen treffen, die am Flugplatz gewartet hatten. Belgische Journalisten sprachen von dramatischen Szenen, die sich unter den Wartenden abspielten.

Ministerpräsident di Rupo drückte den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und sprach von einer "Katastrophe von nationalem Ausmaß". Er begab sich ebenfalls zum Unglücksort. Innenministerin Joëlle Milquet erklärte, die Rettungskräfte hätten ihr Möglichstes getan, es habe jedoch keine Hoffnung mehr für die Insassen gegeben.

Nicolas Hormans, ein Ausbilder für Fallschirmspringer in Temploux, sagte dem Sender RTL-TVI, wenn das Flugzeug ins Trudeln geraten sei, sei ein früherer Sprung aus dem Flugzeug nicht möglich gewesen. Im Flugzeug hätten ausgebildete Fallschirmspringer gesessen. In Temploux absolvieren seit Jahrzehnten Amateure aus ganz Belgien Sprünge. Für Neulinge gibt es Tandemsprünge und sogenannte Taufen.

Im Jahr 2002 war in der Nähe von Temploux ebenfalls ein Pilatus-Flugzeug abgestürzt. Damals kam eine 21-jährige US-Bürgerin ums Leben, zehn weitere Menschen wurden verletzt. Die Insassen hatten ebenfalls Fallschirmsprünge machen wollen. Um ein Haar wäre das Flugzeug auf die Terrasse der Cafeteria des Flugplatzes gestürzt.

AFP/dpa

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