Tag der Organspende

CSU für Widerspruchsregelung bei Organspende

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Nur 17 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis.

Frankfurt/Main - Zum Tag der Organspende hat sich die CSU für eine sogenannte Widerspruchsregelung in Deutschland ausgesprochen.

Man sollte vorurteilsfrei diskutieren, ob man so die Heilungschancen von wartenden Patienten deutlich verbessern könne, erklärte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt am Samstag in München. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert ein zentrales Register für Organspender. Dobrindt erinnerte daran, dass täglich drei Menschen in Deutschland stürben, weil nicht genügend Spenderorgane vorhanden seien. “Der Blick über die Grenzen lehrt, dass es auch anders geht. Österreich macht gute Erfahrungen mit der sogenannten Widerspruchslösung, und dort hat ein Patient auf der Warteliste vielfach höhere Überlebenschancen als bei uns.“

Bislang gilt in Deutschland nach dem Transplantationsgesetz die Zustimmungsregelung. Das bedeutet, dass ein ein Organspendeausweis vorhanden sein muss, um Organe etwa nach einem Unfall entnehmen zu dürfen. In Österreich wird dagegen davon ausgegangen, dass Bürger der Organspende grundsätzlich zustimmen. Wer dies nicht will, muss zu Lebzeiten dieser Regelung widersprechen.

Datenbank gefordert

Angesichts der rückläufigen Zahl von Spendern fordern die Krankenhäuser, den Organspende-Ausweis durch ein zentrales Melderegister zu ersetzen. Der “Bild“-Zeitung sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum: “Wir brauchen dringend ein zentrales Organspende-Register. So können wir deutlich mehr Menschen motivieren, ihre Bereitschaft zur Organspende zu dokumentieren.“

Nach einer aktuellen Studie sind die meisten Deutschen zwar grundsätzlich mit einer Organentnahme nach ihrem Tod einverstanden, aber nur 17 Prozent besitzen den entsprechenden Ausweis. Hermann Reichenspurner, Leiter des Herzzentrums im Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf und Sprecher der Deutschen Herz- und Lungentransplantationszentren, erhob im “Hamburger Abendblatt“ schwere Vorwürfe gegen Kliniken: “Hunderte Menschen, die jetzt mangels eines Spenderorgans sterben müssen, könnten noch leben, wenn alle deutschen Krankenhäuser ihrer Pflicht nachkämen und jeden potenziellen Organspender melden würden.“

Reichenspurner vermutet, dass der personelle und organisatorische vor allem aber der finanzielle Aufwand für viele Kliniken zu groß sei. “Die Organisation einer Organspende ist aufwendig und bindet viel Ressourcen und Personal. Daher ist es für die Krankenhäuser oft einfacher, die Beatmungsgeräte abzuschalten als einen potenziellen Organspender auf der Intensivstation bis zur Organentnahme zu versorgen.“

Kirche für Auseinandersetzung mit Organspende

 Zum Tag der Organspende rief die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann die Menschen auf, sich mit dem Thema mehr zu beschäftigen. “Für mich ist eine Organspende ein Akt der Nächstenliebe“, sagte die Geistliche im MDR. Auch für die Angehörigen sei es eine ungeheure Entlastung, wenn sie wüssten, was der Vater oder die Mutter nach dem Tod gewollt hätten. “Ich habe es oft erlebt, wie schwierig es ist, in einer derartigen Schockreaktion solch gravierende Entscheidungen zu treffen.“

ap

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