Ehe wider Willen, dann verlassen

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Straßencafé in Kairo.

Kairo - Weil ihre Eltern einem Nachbarjungen mehr glaubten als ihrer Tochter, verheirateten sie die beiden. Keine zwei Monate später verließ er sie.

Zuerst gegen ihren Willen verheiratet, dann vom Mann mit dem Baby sitzengelassen: Das Schicksal einer 17-Jährigen aus Kairo ist bezeichnend für das Unrecht, das junge Frauen und Mädchen in der stark traditionell geprägten ägyptischen Gesellschaft oft erdulden müssen. Der Leidensweg der jungen Frau begann, als ein Nachbar und späterer Mann über den Balkon bei ihr ins Schlafzimmer einstieg, berichtete die Zeitung “Egyptian Mail“ am Dienstag.

Nachdem sie aus dem Schlaf aufgeschreckt war und um Hilfe gerufen hatte, erklärte der Nachbar den herbeigeeilten Eltern schlagfertig, dass er mit der Tochter ein Liebesverhältnis hätte. Das war eine dreiste Lüge, aber die Eltern glaubten dem jungen Mann und nicht der eigenen Tochter. Getrieben von der Panikvorstellung, ihre vermeintlich nicht mehr jungfräuliche Tochter anderweitig nicht mehr verheiraten zu können, schleppten sie die beiden aufs Standesamt.

Zwei Monate später verschwand der frischgebackene Ehemann auf Nimmerwiedersehen. Die 17-Jährige gebar sieben Monate später ein Baby. Am Ende erklärte sich ein Bruder des abgetauchten Kindsvaters bereit, der jungen Mutter Unterhalt in Höhe von fünf Pfund (0,64 Euro) pro Tag zu bezahlen - selbst in Ägypten ist das ein Pappenstiel.

dpa

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