UN werben mit Clinton und Lennox für Aids-Hilfe

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Annie Lennox wirbt für die UN in einer Aids-Aufklärungskampagne.

New York - Mit Annie Lennox und Bill Clinton wollen die Vereinten Nationen für ihre Aids-Hilfe werben. Die schottische Sängerin (“Sweet Dreams“) ist Kopf einer neuen Kampagne, um Frauen besser vor der Krankheit zu schützen.

Der Ex-Präsident will mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Prinzessin Cristina von Spanien am Donnerstag um Minispenden im Kampf gegen Malaria und Aids bitten. Bei der Buchung eines Fluges, einer Reise oder eines Mietwagens solle jeder zwei Dollar dazugeben. Mit den Einnahmen von “Massivegood“ soll der Kampf gegen Malaria, Tuberkulose, Aids und andere Krankheiten unterstützt werden. Das Geld geht an Unitaid, eine vor knapp vier Jahren gegründete Initiative. Mit einer Art Solidaritätszuschlag auf Flugtickets sammelt Unitaid jedes Jahr mehrere Hundert Millionen Euro. Im vergangenen Jahr sollen es erstmals mehr als eine halbe Milliarde Dollar (derzeit 370 Millionen Euro) gewesen sein.

Mit dem Geld kauft die bei der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf angesiedelte Initiative Medikamente, die zum Löwenanteil Menschen in Entwicklungsländern zu Gute kommen. Reisende sollen noch von dieser Woche an bei der Buchung in Internet und Reisebüro die Möglichkeit haben, auf ihre Rechnung zwei Dollar aufzuschlagen. Auf ihrer Internetseite rechnet die Initiative vor, dass mit zwei Dollar zwei Kinder von Malaria geheilt werden könnten. Für 50 Dollar könnten Aids-Medikamente für ein ganzes Jahr bezahlt werden. “Wir müssen die Frauen in der ganzen Welt stark machen, damit sie sich gegen die Infektion schützen können“, sagte der Chef des UN-Aidsprogramms (UNAIDS), Michel Sidibé. Nach seinen Worten sind vor allem in Afrika weit mehr Frauen infiziert als Männer.

Zudem würden Frauen mit Aids schneller ausgegrenzt und hätten kaum Zugang zu Medikamenten. Lennox sagte, sie wolle dem Westen das Problem der infizierten Frauen in Entwicklungsländern nahebringen. “Früher war der Schwule, der Drogendealer das Gesicht von Aids. Aber eigentlich ist die afrikanische Frau das Gesicht dieser Epidemie, die Züge eines Völkermordes annimmt.“ Lennox sagte, dass zum Beispiel in Südafrika der Anteil der erkrankten jungen Frauen dreimal höher sei als der der Männer. “Ein Grund ist sexuelle Gewalt. In Südafrika wird jede Minute eine Frau vergewaltigt. Aber statt ihnen zu helfen, werden diese Frauen ausgegrenzt. Bei der richtigen Behandlung ist Aids kein Todesurteil mehr. Aber gerade diese Behandlung wird den Frauen verweigert.“

Mit einem auf fünf Jahre angelegten Plan will UNAIDS Regierungen ansprechen, aber auch die Frauen selbst aufklären. “Ich als gut informierte westliche Frau und Mutter frage mich, warum wir so wenig über das Schicksal infizierter Frauen zum Beispiel in Afrika wissen“, sagte Lennox. “Den Schwulen ist es gut gelungen, die Öffentlichkeit für ihre Probleme einzunehmen. Doch Frauen in Afrika haben diese Möglichkeit nicht.“ Sie habe viele dieser Frauen besucht. “Ich will für die Menschen sprechen, die ich getroffen habe, die aber keine eigene Stimme haben.“ Aids sei nicht verschwunden. “Verschwunden ist nur unsere Wahrnehmung“, sagte die schottische Ex-Eurythmics- Sängerin. “Und deshalb muss es unser wichtigstes Ziel sein, das Thema wieder in die westlichen Köpfe zu bringen.“

dpa

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