Weniger Tote bei Naturkatastrophen

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Nach schwersten Naturkatastrophen im Vorjahr ist 2009 glimpflich verlaufen. Weltweit kamen dennoch rund 10.000 Menschen ums Leben.

München - Nach schwersten Naturkatastrophen im Vorjahr ist 2009 glimpflich verlaufen. Weltweit kamen dennoch rund 10.000 Menschen ums Leben.

Das ist allerdings weniger als ein Siebtel des Durchschnitts der vergangenen zehn Jahre, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Statistik des Rückversicherers Munich RE hervorgeht. Noch deutlicher ist der Rückgang im Vergleich zum Jahr 2008, in dem 220.000 Menschen Opfer von Naturkatastrophen wurden. Auch finanziell verlief 2009 mit Schäden in Höhe von 50 Milliarden Dollar, von denen 22 Milliarden versichert waren, relativ glimpflich. 2008 waren es 200 Milliarden Dollar von denen 50 Milliarden versichert waren. Der zehnjährige Durchschnitt liegt bei 115 Milliarden Dollar pro Jahr von denen 36 Milliarden versichert sind.

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Die meisten Todesopfer waren 2009 bei einem Erdbeben am 30. September auf Sumatra zu beklagen. Damals starben 1.200 Menschen, die Schäden summierten sich auf 2 Milliarden Dollar. Dahinter folgen die drei Taifune Ketsana, Morakot und Parma, die zwischen August und Oktober im Südosten Asiens 694, 614 und 469 Menschen töteten. Die sechs opferreichsten Katastrophen trafen den Süden und Südosten Asiens. Die höchste Opferzahl in Europa forderte das Erdbeben am 6. April in Italien, bei dem 295 Menschen starben. Die Schäden beliefen sich damals auf 2,5 Milliarden Dollar.

Höchste Schäden durch Wintersturm Klaus

Die größten finanziellen Auswirkungen hatte Wintersturm Klaus. Er richtete im Januar in Nordspanien und Südwestfrankreich mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern Schäden in Höhe von 5,1 Milliarden Dollar an und tötete 26 Menschen. Die mit 2,5 Milliarden Dollar zweithöchsten Schäden entstanden durch Tornados und Unwetter in den USA zwischen dem 10. und 13. Februar. 15 Menschen starben dabei. Die Hurrikansaison im Nordatlantik verlief 2009 dagegen ungewöhnlich ruhig. Nur drei Stürme erreichten Hurrikanstärke, seit Mitte der 90er-Jahre waren es im Schnitt 7,5 pro Jahr. Vermutlich habe das Wetterphänomen El Nino die Hurrikane gebremst, da es auch die Windgeschwindigkeiten in höheren Atmosphärenschichten über dem Atlantik beeinflusse, erklärte die Rückversicherung. 2009 gab es laut Munich RE mit 850 zwar etwas mehr Naturkatastrophen als im Durchschnitt, wirklich verheerende Ereignisse seien allerdings ausgeblieben. 2008 beispielsweise hatte alleine der tropische Zyklon Nargis in Myanmar rund 135.000 Menschen das Leben gekostet.

Klimawandel: Mehr Schäden durch Wetter

“Man darf sich nicht täuschen lassen“, betonte Peter Höppe, der Leiter der Georisikoforschung der Munich RE. “Auch wenn schwere Hurrikane und andere Größtkatastrophen ausgeblieben sind, hat es doch eine große Anzahl mittelschwerer Naturkatastrophen gegeben.“ Insbesondere gebe es einen Trend zu immer mehr wetterbedingten Katastrophen. Sie machten 2009 insgesamt 45 Prozent der versicherten Schäden aus. Ersten Analysen zufolge spiele hier auch der Klimawandel bereits eine Rolle, erklärte Höppe. Auch Munich RE-Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek betonte, dass der Klimawandel bereits Anteil an der Zunahme von Wetterkatastrophen habe. “Angesichts dieser Fakten ist es schon sehr enttäuschend, dass auf dem Klimagipfel im Dezember 2009 in Kopenhagen kein Durchbruch erzielt wurde“, kritisierte er. “Wir brauchen schnell ein Abkommen, das die Treibhausgasemissionen spürbar zurückführt, denn das Klima ist träge. Und was wir jetzt nicht schaffen, wirkt sich noch jahrzehntelang aus.“ Ende## DAPD

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