Weißer Ring fordert bessere Unterstützung von Stalking-Opfern

+
Stalking ist nach Einschätzung von Opferschützern weiter ein großes Problem. Die Statistik lässt zwar eine Entspannung vermuten, doch die Dunkelziffer dürfte groß sein. Foto: Jens Büttner/Archiv

Berlin/Mainz (dpa) - Trotz einer rückläufigen Zahl von Stalking-Fällen in Deutschland ist aus Sicht von Opferschützern noch viel zu tun im Kampf gegen diese kriminelle Form von Belästigung.

So sehe das 1976 eingeführte Opferentschädigungsgesetz keine Leistungen für Opfer psychisch erlittener Straftaten vor, kritisierte die Geschäftsführerin der Hilfsorganisation Weißer Ring, Bianca Biwer, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dabei könne Stalking das gleiche Ausmaß an psychischer Belastung haben wie körperliche Gewalt.

Von Stalking ist die Rede, wenn jemand zum Beispiel einen Ex-Partner verfolgt oder ihn immer wieder etwa mit Telefonanrufen terrorisiert oder ihm auflauert. Seit 2007 gibt es dafür den Tatbestand "Nachstellung" im Strafgesetzbuch. Die erfassten Fälle sind von bundesweit mehr als 29 000 im Jahr 2008 auf weniger als 22 000 im Jahr 2014 gesunken. Für das zurückliegende Jahr 2015 liegen noch keine bundesweiten Zahlen vor.

Trotz des Rückgangs sieht der Weiße Ring keinen Anlass zur Entwarnung. Die Aufmerksamkeit für die Möglichkeit, sich gegen Stalker rechtlich zu wehren, sei wohl seit der Einführung des Straftatbestandes wieder gesunken, sagte Biwer. Es sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Für Stalking-Opfer sei es zudem schwer, die Taten nachzuweisen. Biwer wies darauf hin, dass es insbesondere männlichen Stalking-Opfern oft schwer falle, Hilfe zu suchen - sie sprach hier von einem gesellschaftlichen Tabu. Bei Stalking gelten Männer meist als Täter und Frauen als Opfer.

Ein Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sieht vor, dass Stalking-Opfer künftig besser geschützt und die Täter leichter bestraft werden können.

Der Weiße Ring erinnert zum Tag der Kriminalitätsopfer am 22. März an die persönliche, rechtliche und wirtschaftliche Situation der durch Kriminalität und Gewalt geschädigten Menschen.

Manchester-Attentäter war wahrscheinlich in Syrien

Manchester-Attentäter war wahrscheinlich in Syrien

Abend der Talente an der Realschule Verden 

Abend der Talente an der Realschule Verden 

In diesen 10 Berufen arbeiten die glücklichsten Menschen

In diesen 10 Berufen arbeiten die glücklichsten Menschen

Poledance sorgt für durchtrainierte Figur

Poledance sorgt für durchtrainierte Figur

Meistgelesene Artikel

Rätsel gelöst: Das steckt hinter der unheimlichen Riesen-Kreatur

Rätsel gelöst: Das steckt hinter der unheimlichen Riesen-Kreatur

Rätsel bei Google Maps: Liegt da ein Airbus im Main?

Rätsel bei Google Maps: Liegt da ein Airbus im Main?

Auto rast am Times Square in Gruppe von Fußgänger

Auto rast am Times Square in Gruppe von Fußgänger

Fahrer vom Times Square stand möglicherweise unter Drogeneinfluss

Fahrer vom Times Square stand möglicherweise unter Drogeneinfluss

Kommentare