Weil Pferd bockt

Tränen-Drama bei Olympia – Bundestrainerin: „Hau richtig drauf!“

Lange sah es danach aus, als würde Annika Schleu Gold im olympischen modernen Fünfkampf holen. Was dann folgten, waren unschöne Szenen.

Chofu – Die deutsche Reiterin Annika Schleu war bei dem olympischen Fünfkampf in Tokyo auf Gold-Kurs. Dann wollte das Pferd „Saint Boy“ nicht mehr über die Hindernisse. Tränen übergossen fiel sie noch vor dem abschließenden Laser Run von Platz eins auf Platz 31 zurück. Es ist das denkbar schlechteste Szenario gewesen, bei jeder andere Punktzahl hätte die 31-Jährige eine Medaille geholt.

VeranstaltungOlympische Sommerspiele 2020
AustragungsortTokio, Japan
Disziplinen50 in 33 Sportarten
Athletinnen und Athleten11.090

Währenddessen sorgte Bundestrainerin Kim Raisner für einen Eklat: „Hau mal richtig drauf! Hau drauf!“, schrie sie ihrer Athletin Schleu zu als das Pferd „Saint Boy“ sich weigerte und offensichtlich panisch war. Die Aktion von Trainerin Raisner zieht online große Kreise. Auf Twitter, Facebook und Co. hagelte es mächtig Kritik.

Tränen-Drama bei deutscher Reiterin: Twitter-User: „Absolute Quälerei“

In einem Video auf Twitter schrieb ein User: „Moderner Fünfkampf oder auch: Moderene Tierquälerei“ und ergänzt: „Abschaffen, einfach abschaffen.“ Mittlerweile haben über 160.000 Nutzerinnen und Nutzer den Twitter-Post gesehen.

Auch viele andere Nutzer machten ihren Unmut erkennbar: „Das war gerade absolute Quälerei. Pferde zulosen, nur 20 Minuten einreiten und sie schlagend über Hindernisse bringen. Sorry, aber da tut mir nicht die Deutsche leid, die den ersten Platz verloren hat. Sondern das Pferd“, eine weitere Userin schreibt: „Sowas möchte ich bitte nie wieder sehen müssen. Eine Schande!“.

Olympia: „Saint Boy“ wollte bereits vorher nicht

Bereits vor dem Wettkampf hätten sich die Probleme angedeutet. Das Pferd „Saint Boy“ wollte bereits zuvor bei Gulnas Gubaidullina vom Team des Russischen Olympischen Komitees nicht durch den Pacour. Ein Mannschaftsarzt hätte das Pferd jedoch für wettkampftauglich erklärt.

Zwar schaffte es Schleu mit dem Pferd noch in den Parcours. Auch übersprangen die beiden die ersten Hindernisse. Dann räumte das Duo aber erst einen Sprung ab, danach verweigerte Saint Boy.

Tränenübergossen verliert Annika Schleu ihre Chancen auf Olympia-Gold.

Bundestrainerin: „Das Pferd wollte immer nur zur Tür“ – Ähnlicher Fall bereits 2016

Bundestrainerin Raisner nimmt ihre Fünfkämpferin Schleu in Schutz: „Es ist nicht ihre Schuld. Das Pferd wollte immer nur zur Tür.“ In der ARD Sportschau sagte sie: „Ich kann es kaum glauben, dass uns das zwei Olympische Spiele hintereinander passiert“. Ein vergleichbares Ereignis hatten 2016 auch die Träume vom zweiten Olympia-Gold nach 2008 von Lena Schöneborn beendet. „Es kann fast keiner besser nachempfinden als ich. Es war die gleiche Situation wie in Rio“, sagte Schöneborn.

13 Jahre nach dem historischen Gold von Schöneborn in Peking standen die Fünfkämpferinnen mit leeren Händen da. Gold ging an die Britin Kate French vor Laura Asadauskaitė aus Litauen und Sarolta Kovacs aus Ungarn. Die zweite deutsche Starterin Rebecca Langrehr kam auf Rang 28 ins Ziel, auch die zweite Berlinerin hatte Probleme mit dem Pferd. Im abschließenden Laser Run - ein kombinierter Wettkampf aus Schießen und Laufen - kamen die Deutschen nicht mehr nach vorne.

Bereits einige Tage zuvor musste das Pferd „Jet Set“ vom Schweizer Robin Godel nach einem Sturz eingeschläfert werden. Die Tierrechtsorganisation Peta kritisierte daraufhin erneut den Reitsport schwer. * Kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat

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