In der Wanne ertränkt: Lebenslang für Pflegemutter gefordert

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Die Staatswaltschaft fordert, dass die 52-jährige Pflegemutter eine lebenslange Haftstrafe bekommt.

Bonn - Sie soll ihre neunjährige Pflegetochter Anna in der Badewanne ertränkt haben. Dafür soll die 52-Jährige lebenslang hinter Gitter, fordert die Staatsanwaltschaft.

Im Bonner Anna-Prozess hat die Staatsanwaltschaft für die ehemalige Pflegemutter des Kindes lebenslange Haft wegen Mordes gefordert. Das Gericht soll außerdem eine besondere Schwere der Schuld feststellen. Dadurch wäre eine Entlassung der Frau nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Die 52-Jährige soll Anna mehr als ein Jahr lang grausam gequält und schließlich in der Badewanne ertränkt haben.

Den gleichaltrigen Ehemann sieht die Staatsanwaltschaft als Mitläufer - für ihn beantragte sie am Donnerstag neun Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der Mann hatte die Misshandlungen gestanden. Er habe gesehen, wie seine Frau Anna im vergangenen Jahr unter Wasser gedrückt habe, bis sie blau angelaufen sei. Die Frau hatte während des Prozesses geschwiegen, um dann zuletzt in einem Brief ihren Mann zu beschuldigen. Diese Darstellung bezeichnete Oberstaatsanwalt Robin Faßbender spöttisch als “ganz großes Kino“.

Faßbender nahm die Behörden gegen Kritik in Schutz: “Für das Jugendamt gab es keinen Grund, tätig zu werden.“ Die Angeklagte habe es verstanden, ein perfektes Lügengebäude aufzubauen und alle zu täuschen. Ihre furchtbaren Quälereien seien umso weniger zu entschuldigen, da sie den Pflegevertrag für das Mädchen jederzeit hätte auflösen können. Entweder habe sie aber die Tochter, die sie sich immer gewünscht habe, nicht hergeben wollen oder perversen Spaß an den Quälereien gehabt.

Anna war einem gerichtsmedizinischen Gutachten zufolge gestorben, nachdem sie 2010 in der Badewanne länger als drei Minuten unter Wasser getaucht worden war. Am nächsten Donnerstag könnten die Plädoyers der Verteidigung folgen. Ein Urteilstermin steht noch nicht fest.

dpa

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