Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit

Viele Tote bei Waldbränden in Sibirien

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Der Zivilschutzminister kritisierte den achtlosen Umgang mit Feuer bei extremer Trockenheit und rief Freiwillige zu Hilfseinsätzen auf.

Abakan - Bei den verheerenden Wald- und Steppenbränden in Sibirien sind nach Angaben russischer Behörden mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte Menschen mussten medizinisch versorgt werden.

Mehr als 1000 Häuser seien verbrannt, teilte die Regierung in der russischen Teilrepublik Chakassien mit. Republikchef Viktor Simin sprach in der Hauptstadt Abakan von einem Schaden von mehr als fünf Milliarden Rubel (rund 90 Millionen Euro).

"Unter den Verletzten gibt es acht, die in einem schwierigen Zustand sind. Vor allem geht es um Rauchvergiftungen und Verbrennungen", sagte die Sprecherin des örtlichen Gesundheitsministeriums, Anna Borodina, der Agentur Interfax zufolge. Insgesamt hätten 613 Menschen medizinische Hilfe beansprucht. Die nationale Ermittlungsbehörde in Moskau leitete ein Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit ein.

Mehr als 2000 Menschen hätten ihre Wohnungen verloren und seien nun vor allem bei Verwandten untergebracht, sagte der oberste russische Inspektor für Brandschutzfragen, Boris Borsow. Die Lage in Chakassien sei unter Kontrolle. "Alle Brände sind heute gelöscht", sagte Borsow. Überall blieben aber Löschtrupps im Einsatz, weil die Gefahr neuer Feuer bestehe. Auch in anderen Teilen Sibiriens kam es zu Waldbränden, wie Agenturen meldeten.

Das Feuer hatte sich am Sonntag in Windeseile ausgebreitet und auf Dutzende Dörfer der Region im Süden Sibiriens übergegriffen. Dabei waren die meist aus Holz gebauten Häuser verbrannt. Unerlaubtes Abbrennen von Steppengras hatte zu dem großen Flächenbrand geführt. Wegen der dramatischen Lage hatte das Verteidigungsministerium auch den Einsatz von 700 Soldaten sowie von Militärtechnik genehmigt.

dpa

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