Waldbrände richten Milliardenschäden an

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Smog wegen der Waldbrände in Russland macht den Menschen das Leben schwer.

Moskau - Die Waldbrand-Katastrophe in weiten Teilen Russlands hat einen Bericht zufolge Schäden von umgerechnet elf Milliarden Euro angerichtet. Hilfe aus der EU nimmt das Lanf weiterhin nicht an.

Der Schaden werde rund ein Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts betragen, berichtete die Wirtschaftszeitung “Kommersant“ am Dienstag. Von der Regierung gibt es noch keine offizielle Schätzung. Der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor 130 Jahren hat Russland mehr als ein Drittel seiner Weizenernte gekostet. Die Regierung hat deshalb für den Rest des Jahres alle Weizenexporte verboten. Es wurde befürchtete, dass die steigenden Getreidepreise die Inflation in die Höhe treiben und das Wirtschaftswachstum bremsen werden, wie “Kommersant“ berichtete.

Der dichte Smog, der den Bewohnern Moskaus seit Tagen den Atem nimmt, ließ am Dienstag etwas nach. Die Konzentration an Luftschadstoffen blieb aber hoch. Ministerpräsident Wladimir Putin bestellte den Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow ein, der die Lage in der Hauptstadt als schwierig bezeichnete. Er versicherte aber zugleich, dass die Gesundheitsbehörden alles Notwendige unternähmen, um die Situation für die Bewohner erträglicher zu machen. Die Zahl der Notrufe sei seit Beginn der Hitzewelle um etwa ein Viertel gestiegen.

Putin und Medwedew im Umfragetief

Putin wollte im Laufe des Dienstags zwei niedergebrannte Ortschaften südöstlich von Moskau besuchen, um über deren Wiederaufbau zu beraten. Der Ministerpräsident hatte den betroffenen zuvor versprochen, ihre Häuser würden bis zum Herbst wieder aufgebaut. Trotz Putins Besuchen im Katastrophengebiet gingen seinen Umfragewerte ebenso wie die von Präsident Dmitri Medwedew zurück. Putins Beliebtheit sank laut der Erhebung der Public Opinion Foundation von 63 auf 61 Prozent und Medwedews von 57 auf 52 Prozent. Medwedew war in die Kritik geraten, weil er nach Beginn der Waldbrände zunächst seinen Urlaub am Schwarzen Meer fortgesetzt hatte. Die Wirtschaftszeitung “Wedomosti“ zitierte den Kreml-nahen politischen Analysten Gleb Pawlowski mit den Worten, die russische Führung sei auf die Brände nicht vorbereitet gewesen.

Moskau nimmt keine Hilfe von EU an

Russland hat ein Hilfsangebot der EU für Unterstützung im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände bislang nicht angenommen. Das Angebot habe die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva gemacht, “um die russischen Behörden darüber zu informieren, dass die Kommission bereit steht zu helfen“. Das sagte eine Kommissionssprecherin am Dienstag in Brüssel. Die Kommissarin habe auf höchster Ebene mit dem russischen Minister für Zivilschutz gesprochen, der engen Kontakt mit Regierungschef Wladimir Putin habe. Bislang ziehe Moskau es vor, bilateral Staaten um Hilfe zu bitten, sagte die Sprecherin.

So unterstützten Deutschland, Frankreich und andere EU-Staaten den Einsatz gegen die Flammen. Die Kommissionssprecherin warb für die EU-Hilfe. “Der Mehrwert der EU wäre eine bessere Planung und Zusammenarbeit“, sagte die Kommissionssprecherin. Die EU-Kommission leitet das EU-Informations- und Beobachtungszentrum für den Katastrophenschutz (MIC), das bei Naturkatastrophen wie Brände, Erdbeben und Überschwemmungen die Hilfe der EU-Mitgliedsstaaten koordiniert. Das Zentrum hat in diesem Jahr bereits Polen, Rumänien und Bulgarien im Kampf gegen Überschwemmungen unterstützt und Portugal bei Waldbränden geholfen.

Verheerende Waldbrände in Russland

Verheerende Waldbrände in Russland

Von einer EU-Eingreiftruppe für Russland hält die Kommission dagegen nichts. “Wir haben bereits das Zentrum für den Katastrophenschutz, wir brauchen nicht noch eine weitere Institution“, sagte ein Sprecher der Behörde. Diese Idee einer EU- Hilfstruppe für Notfälle war von Frankreich ins Gespräch gebracht worden. “Wir müssen unsere Hilfsmittel zusammenlegen, um eine europäische Notfalltruppe aufzustellen“, hatte der französische EU- Staatssekretär Pierre Lellouche der Zeitung “Le Figaro“ (Dienstag) gesagt. 

dpa/dapd

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