Warnstufe von Rot auf Orange gesenkt

Vulkan Bárdarbunga nach Ausbruch wieder ruhig

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Blick auf den isländischen Vulkan Bárdarbunga und den Vatnajökull-Gletscher, aufgenommen am 25.08.2014.

Reykjavik - Der isländische Vulkan Bárdarbunga ist in der Nacht zum Freitag ausgebrochen. Der Luftraum über dem Gebiet wurde vorübergehend gesperrt.

Der isländische Vulkan Bárdarbunga ist ausgebrochen. In der Nacht zu Freitag strömte Lava aus einem 100 Meter langen Riss, neun Kilometer nördlich des Gletschers Vatnajökull. Wenige Stunden nach den Eruptionen habe die Aktivität offenbar abgenommen, teilte das Meteorologische Institut auf Island am Freitag mit. Die isländischen Behörden hoben am Freitagnachmittag das Flugverbot über dem Vulkan Bárdarbunga wieder auf. Das teilte der Zivilschutz der Insel per Twitter mit. Am Nachmittag hatten die Meteorologen die Warnstufe von Rot auf Orange gesenkt. Das heißt, dass zurzeit keine Eruptionen im Gange sind oder unmittelbar bevorstehen, der Vulkan aber weiter aktiv ist.

Zunächst wurden keine großen Aschemengen in der Luft registriert. Die Flughäfen auf Island blieben vorerst geöffnet. Beim Ausbruch des Gletschervulkans Eyjafjallajökull 2010 waren so große Aschemengen in den Luftraum geschleudert worden, dass der Flugverkehr in weiten Teilen Europas mehrere Tage zum Erliegen kam. Die deutschen Behörden haben sich nun auf mögliche Störungen des Luftverkehrs durch den Bárdarbunga vorbereitet.

Der Vulkan Bárdarbunga - die Gefahr verbirgt sich unter dem Eis

Der Bárdarbunga ist einer der größten Vulkane der Welt und gehört zu den 30 aktiven Vulkanen auf Island. Auf seiner Spitze befindet sich der Vatnajökull, der größte Gletscher Islands. Im Zentrum des Bárdarbunga gibt es einen 700 Meter tiefen und im Durchmesser mehrere Kilometer großen Krater. Er wird von einer ungefähr 850 Meter dicken Schicht aus Gletschereis überzogen. Die Insel mit ihren rund 317 000 Bewohnern erlebt im Durchschnitt alle fünf Jahre einen Vulkanausbruch.

Laut dem Meteorologischen Institut auf Island hat sich die seismische Aktivität des Bárdarbunga in den vergangenen sieben Jahren konstant erhöht. Vulkanologen zufolge kann ein Ausbruch des Vulkans enorme Folgen haben. Einem Experten des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam zufolge kam es vor 8500 Jahren im Bárdarbunga zu einem der gewaltigsten Vulkanausbrüche der Neuzeit. Dabei stieß der Vulkan soviel Lava aus, dass eine Stadt wie Berlin unter einer mehrere Meter dicken Lavaschicht begraben worden wäre.

Lesen Sie dazu auch: Deutschland rüstet sich für Islands Aschewolke

dpa

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