Gefahr für Menschen noch unklar

Lockdown auch für Hühner, Gänse und Co: Vogelgrippe breitet sich in Deutschland aus - Ministerium alarmiert

Ein Bussard, Aufnahme von Kopf und Oberkörper, sitzend
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In Baden-Württemberg wurde die Vogelgrippe bei einem Bussard nachgewiesen - Experten schätzen das Verbreitungsrisiko als hoch ein

Gleich zwei Nachrichten beunruhigen zu Weihnachten 2020: Zwei Regionen in Deutschland verzeichnen erste Vogelgrippe-Fälle. In Sachsen ist ein Geflügelhof betroffen.

Update vom 25.12.2020, 18.46 Uhr: Auch Sachsen hat jetzt einen Fall von Geflügelpest in einem Nutztierbetrieb. Bisher war in dem Bundesland lediglich ein Fall von Vogelgrippe bei einem wilden Tier bestätigt - nun kommt die beunruhigende Nachricht aus einem Betrieb im Landkreis Leipziger Land.

„Es ist schon sehr herausfordernd, dass nach der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest mit der Geflügelpest uns jetzt der dritte Krisenfall ereilt“, sagte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Freitag. Sie zeigte sich beunruhigt: „Alle Tierhalter müssen sich jetzt an die erlassenen Vorschriften halten, um eine Ausbreitung der Vogelpest zu verhindern.“

Vogelgrippe in Deutschland: Erster Fall in Baden-Württemberg aufgetaucht

Erstmeldung vom 25.12.2020, 16.58 Uhr: Stuttgart/Donaueschingen - Im Schwarzwald wird ein schwer erkrankter Mäusebussard an einem Weiher gefunden. Untersuchungen bestätigen: Der Bussard hatte sich mit dem Vogelgrippe-Virus (HPAIV) infiziert. Damit ist nach der Nordseeküste und NRW jetzt auch eine weitere Region in Deutschland betroffen. Das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart befürchtet, dass sich das Virus* unter Wildvögeln schnell weiterverbreiten kann. Vor allem Spaziergänger und Vogelhalter sollten deshalb aufpassen.

Das HPAI-Virus kommt in unterschiedlichen Ausprägungen vor, vor allem bei Wasservögeln. Umgangssprachlich wird die Krankheit, die es auslöst, auch als Vogelgrippe bezeichnet. Normalerweise leiden erkrankte Tiere nur unter milden Krankheitssymptomen. Doch können Mutationen* auch schwere Verläufe bei den Tieren verursachen - dann spricht man auch von Geflügelpest. Einige der Virusarten können auch tödlich verlaufende Infektionen beim Menschen verursachen. Bisher gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass es bei der aktuellen Virusvariante zu Infektionen bei Menschen kommt. Vorsicht ist trotzdem geboten.

Vogelgrippevirus in Deutschland: Institut beobachtet immer mehr Fälle seit 2020

Das Friedrich-Löffler-Institut, eine Art RKI für Tiergesundheit, beobachtete in den vergangenen Jahren kaum Fälle des Vogelgrippevirus in Deutschland. So gibt es aus dem Jahr 2018 die letzte Meldung eines Falles aus Schleswig-Holstein. Doch Anfang 2020 ändert sich die Lage.

Anfang 2020 meldete Osteuropa einige Ausbrüche, zunächst stufte man die Gefahr für Vögel auf deutschem Gebiet als gering ein. Doch im Verlauf des Jahres meldeten Großbritannien, die Niederlande, Frankreich, Dänemark, Irland, Belgien, Spanien, Italien, Norwegen, Schweden, Polen, Slowenien und Kroatien Fälle der Virusvariante H5 bei Wildvögeln und Geflügel. Anfang Dezember 2020 waren bereits 400 Fälle bei Wildvögeln in Deutschland registriert. Auch 12 Fälle in Geflügelhaltung sind bisher bekannt.

Vogelgrippe in Deutschland: Behörden zeigen sich alarmiert und haben klare Verhaltenshinweise

Vogelhalter ergreifen bereits Maßnahmen, um ihren Tierbestand zu schützen:

Am Montag (28. Dezember) wollen die Behörden der betroffenen Landkreise Schwarzwald-Baar-Kreis und Tuttlingen eine Allgemeinverfügung bekanntgeben. Doch schon jetzt gilt: Vogelhalter sollen ihre Tiere schützen und sich bei Behörden melden, wenn sie an respiratorischen Symptomen* leiden und eventuell Kontakt mit infiziertem Geflügel hatten.
Auch Spaziergänger werden gewarnt: Wer einen kranken oder verendeten Wildvogel findet, soll diesen nicht anfassen oder von der Fundstelle wegbringen. Stattdessen sollen die zuständigen Veterinärbehörden bei den Landratsämtern oder die Bürgermeisterämter informiert werden. (kat/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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