Katastrophe in Kolkata

Video: Viele Tote bei Brückeneinsturz in indischer Metropole

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Retter suchen nach Überlenden in den Trümmern des Brückeneinsturzes.

Kolkata - Im ostindischen Kolkata stürzt eine Brücke noch im Bau zusammen und begräbt zahlreiche Menschen. Es gibt Tote und Verletzte. In einer groß angelegten Rettungsaktion suchen Helfer nach Überlebenden.

In der indischen Metropole Kolkata (Kalkutta) ist eine halb fertige Brücke auf einer Strecke von rund 80 Metern eingestürzt und hat mindestens 18 Menschen getötet. Mindestens 60 wurden verletzt, wie die Polizei in der ostindischen Stadt am Donnerstag mitteilte. Zahlreiche Menschen wurden Medienberichten zufolge noch unter den Trümmern vermutet.

Ein Augenzeuge berichtete im Fernsehen, er habe zunächst an einen Bombenanschlag geglaubt: Es habe einen riesigen Knall gegeben, "und dann war da nur eine Menge Staub und Rauch". Dann habe er gehört, wie Leute vor der einstürzenden Brücke warnten. Viele parkende Autos und Rikschas sowie ein Bus wurden verschüttet, als ein Teil der unfertigen Autobahn-Verbindungsrampe zusammenbrach, wie Medien Augenzeugen zitierten. 

Rettungskräfte würden den unter dem Schutt gefangenen Menschen zur Hilfe eilen, sagte Mamata Banerjee, Regierungschefin des Bundesstaates Westbengalen. Feuerwehr, Ärzte und Polizei waren vor Ort im Einsatz. Zudem wurden die Bergungsarbeiten von der Armee unterstützt. Kräne und schweres Gerät würden eingesetzt, um unter Trümmern begrabene Fahrzeuge freizuschaufeln. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Autowracks aus dem Schutt gehoben wurden. Bewohner bildeten eine Menschenkette, um die Rettungsarbeiten vor Schaulustigen abzuschirmen.

Nach Angaben der Polizei wurden viele Menschen an Kopf und Nacken verletzt. Einige erlitten Brandverletzungen, als ihre Autos Feuer fingen. Mindestens 60 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden, hieß es.

Indiens Ministerpräsidenten Narendra Modi sprach Opfern und Angehörigen des Unglücks sein Mitgefühl aus. Der Einsturz habe ihn „schockiert und betrübt“, schrieb Modi bei Twitter.

Brückeneinsturz mit vielen Toten in Indien: Bilder

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Was das Unglück ausgelöst hatte, war zunächst unklar. Nach Angaben der für das Bauwerk zuständigen Konstruktionsfirma war ein Tragebalken umgefallen und ein weiterer zusammengebrochen. „Wir wissen noch nicht genau, was das Problem war“, sagte KP Rao, Sprecher der Baufirma IVRCL. Demnach arbeiteten bis zu 40 Menschen auf der Baustelle. Das Unternehmen vermisste nach dem Unglück mindestens zwei Ingenieure.

Die Brücke soll die notorisch verstopften Straßen von Kolkata entlasten, doch ist ihre Fertigstellung bereits seit Jahren im Verzug. Inzwischen leben viele Menschen in Hütten unter dem Rohbau. Die Baufirma soll finanzielle Probleme haben, die Arbeiten sollen wiederholt ins Stocken geraten sein, berichtete der Nachrichtensender India Today.

In Indien sind Unfälle dieser Art keine Seltenheit. Das Land hat einen enormen Bedarf an Häusern und Straßen. Aus Kostengründen und um Zeit zu sparen kommt es immer wieder zu Pfusch am Bau - Sicherheitskontrollen haben die Bauunternehmen kaum zu befürchten.

dpa/afp

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