Verzweifelte Familien nehmen Abschied von Todeskandidaten

In schwer gepanzerten Fahrzeugen werden Andrew Chan und Myuran Sukumaran auf die Gefängnisinsel Nusakambangan gebracht, wo sie erschossen werden sollen. Foto: Mast Irham/Archiv
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In schwer gepanzerten Fahrzeugen werden Andrew Chan und Myuran Sukumaran auf die Gefängnisinsel Nusakambangan gebracht, wo sie erschossen werden sollen. Foto: Mast Irham/Archiv
Richter Ujang Abdullah verkündet die Ablehnung eines Antrags der beiden australischen Todeskandidaten. Foto: Mast Irham
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Richter Ujang Abdullah verkündet die Ablehnung eines Antrags der beiden australischen Todeskandidaten. Foto: Mast Irham
Unter den Todeskandidaten ist der Australier Andrew Chan. Foto: Made Nagi/Archiv
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Unter den Todeskandidaten ist der Australier Andrew Chan. Foto: Made Nagi/Archiv
Gebet für die Verurteilten: Freiwillige der Mercy Campaign im balinesischen Denpasar. Foto: Johannes P. Christo/Archiv
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Gebet für die Verurteilten: Freiwillige der Mercy Campaign im balinesischen Denpasar. Foto: Johannes P. Christo/Archiv
Fähre nach Nusakambangan: Der aufwändige Transport der Todeskandidaten zu ihrer Hinrichtungsstätte wurde zum Medienspektakel. Foto: Mast Irham/Archiv
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Fähre nach Nusakambangan: Der aufwändige Transport der Todeskandidaten zu ihrer Hinrichtungsstätte wurde zum Medienspektakel. Foto: Mast Irham/Archiv
Auf der Insel Nusakambangan vollstrecken indonesische Erschießungskommandos die Todesstrafe. Foto: Mast Irham
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Auf der Insel Nusakambangan vollstrecken indonesische Erschießungskommandos die Todesstrafe. Foto: Mast Irham
Todeskandidaten: Andrew Chan (r.) und Myuran Sukumaran hatten 8,3 Kilogramm Heroin von Bali nach Australien schmuggeln wollen. Foto: Made Nagi/Archiv
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Todeskandidaten: Andrew Chan (r.) und Myuran Sukumaran hatten 8,3 Kilogramm Heroin von Bali nach Australien schmuggeln wollen. Foto: Made Nagi/Archiv
Andrew Chan wird von vermummten und schwerbewaffneten Polizisten ins Nusakambangan-Gefängnis gebracht, wo ein Erschießungskommando auf ihn wartet. Foto: Made Nagi/Archiv
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Andrew Chan wird von vermummten und schwerbewaffneten Polizisten ins Nusakambangan-Gefängnis gebracht, wo ein Erschießungskommando auf ihn wartet. Foto: Made Nagi/Archiv

Indonesien ignoriert die Proteste und bereitet im Blitzlichtgewitter internationaler Medien die Hinrichtung von Drogenschmugglern vor. Die letzten Stunden haben geschlagen, glauben verzweifelten Angehörige.

Jakarta (dpa) - Die Angehörigen der in Indonesien zum Tode verurteilten Drogenschmuggler haben am Dienstag Abschied genommen. Sie rechneten in der Nacht zu Mittwoch mit der Vollstreckung.

Die Familien kehrten am Nachmittag verzweifelt von der Hinrichtungsinsel Nusa Kambangan auf das Festland zurück. "Ich werde ihn nicht wiedersehen", sagte die Mutter des Australiers Myuran Sukumaran Reportern schluchzend. "Sie erschießen ihn um Mitternacht".

Neben Sukumaran (34) sind dessen Landsmann Andrew Chan (31), sowie eine Philippinerin, vier Nigerianer, ein Brasilianer und ein Indonesier in Todeszellen. Exekutionen finden um Mitternacht (19.00 Uhr deutscher Zeit) statt. Verurteilte werden vor ein Erschießungskommando gestellt.

Australiens Außenministerin Julie Bishop kündigte Konsequenzen an, wenn die Urteile vollstreckt werden. Ihre Regierung protestiert seit Wochen öffentlich. Sie habe auf ihre jüngste Intervention keine Reaktion bekommen, sagte sie im Fernsehen: "Wenn Präsident Widodo nicht in letzter Minute einschreitet, fürchte ich das Schlimmste für unsere Landsleute." Indonesiens Präsident Joko Widodo hat sich alle Einmischung in Justizangelegenheiten verbeten.

Die Staatsanwaltschaft weigerte sich, den genauen Hinrichtungstermin zu nennen, nach Angaben ihres Sprechers, um Medienrummel zu vermeiden. Das gelang ihr aber nicht. In Cilacap, wo die Boote zur Hinrichtungsinsel ablegen, kampieren seit Tagen zahlreiche Reporter.

Neben UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich auch der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, für die Verurteilten eingesetzt. Er rief Widodo am Montag auf, die Todesurteile in Freiheitsstrafen umzuwandeln.

Ein ebenfalls wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilter Franzose, der ursprünglich zeitgleich hingerichtet werden sollte, bekam Aufschub, weil ein Gericht eine neue Eingabe prüfen wollte.

Facebook-Gruppe Freunde von Sukumaran

Facebook-Gruppe Freunde von Chan

SBS-Dokumentation

Zeitungsbericht Hinrichtungsinsel

Petition für Gnade

Interview mit Sukumarans Schwester und Mutter

Strässer-Stellungnahme

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