Vorerst kein Reiseverbot der EU

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Ein Flugzeug wird vorsichtshalber desinfiziert. Ein Reiseverbot der EU wird es vorerst aber nicht geben.

Luxemburg - Die EU wird vorerst keine Reiseverbote von und nach Mexiko aussprechen. Trotz der rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe hatte die Forderung Frankreichs nach einem Stopp aller Mexiko-Flüge bei einer EU-Krisensitzung in Luxemburg keine Mehrheit gefunden.

“Frankreich wird wenn notwendig Flüge suspendieren, aber eine Reihe anderer Länder halten das offensichtlich nicht für unmittelbar erforderlich“, so die französische Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot.

Gegen Verbote wandte sich unter anderem Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Zwar rate die Bundesregierung von Reisen nach Mexiko weiter ab, betonte Schmidt in Luxemburg: “Aber wenn Einzelne sagen, ich möchte trotzdem reisen, hat ein Staat in dieser Situation nicht die Macht zu sagen: Du darfst das nicht tun.“ Auch Dänemark, Schweden, Spanien, Großbritannien und Polen erklärten nach Diplomatenangaben, eine Aussetzung von Flügen nach Mexiko wäre übertrieben.

Schmidt setzt auf Information und Beratung

Eine Aussetzung der Flüge nur zwischen Europa und Mexiko hätte außerdem wenig Sinn, argumentierte Schmidt: “Jeder, der in Mexiko ist, und es gibt keinen Flug mehr direkt nach Frankfurt, der geht vielleicht über Texas nach Frankfurt, oder er geht über Venezuela nach Frankfurt.“ Notwendig seien deshalb verstärkte Informations- und Beratungsangebote für alle Reisenden.

Wichtigstes Ergebnis der Sitzung sei, “dass wir uns verpflichten, zu informieren und Hilfe anzubieten“. Das italienische Gesundheitsministerium veröffentlichte am Rande der Sitzung einen Aufruf an Mexiko-Urlauber, nach ihrer Heimkehr eine Woche zu Hause zu bleiben. Dies gelte besonders für Lehrer und andere Arbeitnehmer mit Publikumskontakt.

Der dänische Gesundheitsminister Jakob Axel Nielsen forderte, die EU-Staaten müssten einander notfalls bei der Versorgung mit Medikamenten oder Impfstoffen unterstützen. “Wir werden uns anschauen, was in den Lagern EU-weit verfügbar ist“, sagte Nielsen. Schmidt unterstrich indes, “dass jeder Mitgliedstaat dafür verantwortlich ist, dass im eigenen Land auch genügend Medikamente vorhanden sind.“

AP

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