Verwandte von Titanic-Opfer überleben Kreuzfahrtdrama

Rom - Zwei der überlebenden Passagiere des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ schlottern die Knie nach ihrer Rettung ganz besonders. Ihr Onkel kam damals beim Untergang der Titanic ums Leben.

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Zu sehr wurden Valentina Capuano, 30, und ihr Bruder an das Schicksal ihres Großonkels erinnert. Er starb vor knapp hundert Jahren beim Untergang der Titanic. „Es war, also ob sich diese Geschichte wiederholt“, sagte Capuano. „Es war furchtbar. Ich bin immer noch erschüttert. Der Gedanke daran, was passiert ist, bleibt schmerzhaft. Ich habe Herzklopfen und bin sehr aufgeregt.“

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Die Geschwister Capuano befanden sich mit zwei Freunden an Bord der Costa Concordia, als der Luxuskreuzer am Freitag nahe der Insel Giglio auf Felsen lief, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag. Nach ihrer Rettung erinnerten sie sich wieder an die Geschichten, die ihre Großmutter Maria immer erzählt hatte. Deren Bruder Giovanni war im Alter von 25 Jahren auf der Suche nach Arbeit nach London ausgewandert. Dort fand er einen Job als Kellner auf der Titanic und war eines der mehr als 1500 Todesopfer.

Hier fliehen die Menschen von der Costa Concordia

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Unterdessen ist die Suche nach Vermissten fortgesetzt worden. Die Suche war am Vortag unterbrochen worden. Das Wrack droht in die Tiefe zu rutschen. Die Suche ist ein Wettlauf gegen die Zeit, weil schlechteres Wetter aufzieht.

Noch immer gelten mindestens 21 Menschen als vermisst. Das Auswärtige Amt ging auch am Donnerstag noch von zwölf vermissten Deutschen aus. Seit dem Unglück am Freitag vor einer Woche wurden elf Tote geborgen. Es gebe noch keine belastbaren Hinweise auf die Staatsangehörigkeit der fünf Leichen, die zuletzt geborgen wurden, sagte eine AA-Sprecherin in Berlin.

“Das Schiff liegt weiterhin in unsicherer Lage in einer Untiefe“, erklärte Luca Cari von den Rettungsmannschaften. Die Taucher müssten deshalb vorsichtig vorgehen. “Jede Verlagerung würde Gefahr bedeuten, und wir müssten die Operationen erneut einstellen.“ Rettungsteams und Taucher von Feuerwehr, Küstenwache und Marine wollten sich bei der Suche vor allem auf die unter Wasser liegende vierte Brücke des Schiffes konzentrieren. Sie hatten in den vergangenen Tagen Sprengstoff eingesetzt, um sich durch die Schiffshaut Zugang ins Innere zu verschaffen.

Kapitän Schettino wird von Freund verteidigt

Unterdessen ist der beschuldigte und in seiner neapolitanischen Heimat unter Hausarrest stehende Kapitän Francesco Schettino daheim von Freunden verteidigt worden. “Nicht aufgeben, Kapitän“, stand auf einem Begrüßungsplakat für den 52-jährigen, wie Aufnahmen aus dem Neapel-Stadtteil Meta di Sorrento zeigten. Es müsse Schluss sein damit, ihn an den Pranger zu stellen. Schettino wird unter anderem der mehrfachen fahrlässigen Tötung und der Havarie beschuldigt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Schettino habe den Ermittlern auch von einer geheimnisvollen jungen Moldawierin berichtet, die während des Schiffbruchs am Eingang der Kommandobrücke aufgetaucht sei, berichtete die Turiner Zeitung “La Stampa“. Offenbar sei sie dazu von einem anderen Offizier eingeladen worden. Weil sie nicht im Verzeichnis der Passagiere stehe, werde die junge Frau von den Ermittlern gesucht. Diese gingen davon aus, dass mehrere Personen als blinde Passagiere an Bord gewesen sein könnten.

Das 290 Meter lange Schiff mit mehr als 4200 Menschen an Bord hatte am 13. Januar nach der Kursänderung des Kapitäns einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt und war leckgeschlagen. Das Schiff liegt derzeit in starker Schräglage vor der Insel. Meteorologen haben stärkere Winde in der Region von Donnerstagabend an vorhergesagt, mit bis zu zwei Meter hohen Wellen, die das Schiff weiter versinken lassen könnten.

dpa

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