BP: Bohrloch endgültig verschlossen

Operation "Static Kill" erfolgreich.

New Orleans - Das Ölleck im Golf von Mexiko ist dem Konzern BP zufolge nach mehr als drei Monaten erfolgreich mit Schlamm abgedichtet worden.

Das Unternehmen sprach am Mittwoch von einem Meilenstein im Kampf gegen die größte Ölpest in der US-Geschichte. Der sogenannte “Static Kill“ habe sein Ziel erreicht, sagte eine Sprecherin. Obwohl nach Angaben der US-Regierung inzwischen 75 Prozent des ausgetretenen Öls beseitigt sind, beträgt die übrige Menge noch das Fünffache dessen, was bei der Katastrophe der “Exxon Valdez“ ausgetreten ist.

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US-Präsident Barack Obama begrüßte die jüngsten Fortschritte im Golf von Mexiko. Das Leben der Menschen sei durch die Katastrophe “auf den Kopf gestellt worden“, aber die Anzeichen, dass die Quelle unter Kontrolle gebracht werden könne, seien ermutigend. BP erklärte, der Schlamm halte das Öl erfolgreich zurück. Wenn sich der Pfropfen als stabil erweise, solle er mit Zement versiegelt werden. Der Konzern hatte am Dienstag (Ortszeit) acht Stunden lang Spezialschlamm von einem Schiff aus in das Bohrloch gepumpt.

75 Prozent des Öls laut US-Regierung beseitigt

Das Bohrloch war am 15. Juli mit einer 75 Tonnen schweren Verschlusskappe provisorisch verschlossen worden. Bis dahin quollen nach jüngsten Schätzungen rund 776 Millionen Liter Rohöl aus dem Meeresboden. Davon konnten allerdings 125 Millionen Liter abgefangen werden, wie der Krisenstab der US-Regierung am Dienstag mitteilte. Eine Beraterin von US-Präsident Obama erklärte am Mittwoch, insgesamt seien mittlerweile 75 Prozent des ausgetretenen Öls beseitigt worden.

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Ein Teil sei an der Oberfläche abgeschöpft oder verbrannt worden, ein Teil sei verdunstet oder von Wind und Wellen in winzige Partikel zerlegt worden, erklärte die Energie-Expertin Carol Browner im amerikanischen Frühstücksfernsehen. Nur noch ein Viertel beziehungsweise 202,5 Millionen Liter des Öls sei damit im Golf verblieben, erklärte Browner. Bei der Katastrophe der “Exxon Valdez“ im Jahr 1989 waren es 42 Millionen Liter. Wasserexperten gehen davon aus, dass ein Viertel der gesamten Ölmenge verdunstet ist oder sich aufgelöst hat, so wie Zucker sich in Wasser auflöst.

Allen besteht auf Entlastungsbohrungen

Für den Fall, dass der “Static Kill“ nicht erfolgreich sein sollte, arbeitet BP weiter an zwei Entlastungsbohrungen. Der Sonderbeauftragte der US-Regierung für die Umweltkatastrophe, Thad Allen, stellte klar, nach dem “Static Kill“ müsse die Quelle auch unter dem Meeresboden verstopft werden. Für diesen Verschluss in größerer Tiefe (“Bottom Kill“) werde der 5,5 Kilometer lange Entlastungskanal benötigt, den BP seit drei Monaten in den Meeresboden bohrt.

Durch diesen Kanal sollen Schlamm und Zement gut vier Kilometer unterhalb des Meeresgrundes in den Felsboden eingespritzt werden. Allen erklärte, auf diesen zweiten Schritt könne nicht verzichtet werden. “Darüber sollte es keine Unklarheit geben“, sagte Allen. “Ich bin der nationale Befehlshaber in dieser Angelegenheit und so wie beschrieben wird es auch gemacht.“ BP-Vizepräsident Kent Wells hatte am Dienstag noch erklärt, falls der “Static Kill“ von oben gelinge, würden die Entlastungsbohrungen nicht mehr benötigt. Wie erfolgreich der “Static Kill“ tatsächlich ist, können die Ingenieure aber erst feststellen, wenn die Entlastungsbohrung beendet ist.

dapd

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