60 Verletzte bei erster Stierhatz in Pamplona

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Fragwürdige Tradition: Stierhatz in Pamplona.

Pamplona - Der “Lauf mit dem Tod“ in Pamplona hat begonnen: Bei der ersten Stierhatz des Sommers in der nordspanischen Stadt wurden am Mittwoch 60 Menschen überwiegend leicht verletzt.

Die meisten zogen sich Prellungen oder Schürfwunden zu. Für drei der Teilnehmer endete das lebensgefährliche Spektakel allerdings im Krankenhaus, wie die Rettungskräfte mitteilten. Darunter war auch ein 18-jähriger Tourist aus Australien, der nahe der Stierkampfarena stürzte und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Verletzte durch Hornstöße gab es diesmal nicht. Einer der Läufer hatte riesiges Glück: Er wurde von einem der Stiere am Ärmel erwischt. Das spitze Horn zerriss aber lediglich das T-Shirt, der junge Mann selbst kam mit dem Schrecken davon. Die Hatz dauerte exakt 2 Minuten und 24 Sekunden.

Da auf den Straßen großer Andrang herrschte, stolperten mehrere Läufer und stürzten übereinander. Andere wurden von den bis zu 600 Kilogramm schweren Stieren überrannt. Bei dem riskanten Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und mehrere zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden. Hunderte wagemutige Männer, die “mozos“, rennen auf der 825 Meter langen Strecke vor den Tieren her.

Als einzige “Waffe“, um die Bullen von sich fernzuhalten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Die Hatz (“encierro“) war durch Ernest Hemingways Roman “Fiesta“ (1926) weltbekannt geworden. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1924 kamen 15 Läufer ums Leben, zuletzt 2009 ein 27-jähriger Spanier. Tierschützer kritisieren die Hatz schon seit Jahren als Tortur für die Stiere. Diese geht auf einen alten Brauch zurück: Im Mittelalter wurden die Rinder von den Weiden auf den Markt oder in den Schlachthof getrieben, später dann die Stiere in die Arena.

dpa

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