Künstler wehrt sich gegen Zensur

Vatikan verbietet Kuss-Fotos von Homosexuellen

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Gonzalo Orquin bekam einen Drohbrief vom Vatikan: Sollte er seine Fotografien ausstellen, müsse er mit rechtlichen Schritten rechnen.

Rom - Der Künstler Gonzalo Orquin wollte vergangenen Mittwoch in Rom seine Fotografien von homosexuellen Paaren ausstellen, die sich in Kirchen küssen - doch dann kam ein Brief vom Vatikan.

Schwule und lesbische Pärchen küssen sich vor den kunstreich verzierten Altären römischer Kirchen. Es sind kontroverse Bilder, die Gonzalo Orquin in seiner Ausstellung "Trialogo" in der Galleria L'Opera im konservativen Rom am Mittwochabend der Öffentlichkeit präsentieren wollte. Doch zu der geplanten Ausstellung der Fotografien kam es Zeit nicht. Der Grund: Gonzalo Orquins Bilder wurden vom Vatikan nicht gutgeheißen - mehr noch: dem Künstler wurde mit einer Strafverfolgung gedroht, sollte er seine Ausstellung wie geplant durchführen, berichtet die US-Zeitung "Huffington Post".

Orquin ist fassungslos, doch er hat sich nach Absprache mit seinen Anwälten dem Verbot des Vatikans gefügt. Aus Sicherheitsgründen hätten sie sich dazu entschlossen, die Fotos nicht zu zeigen, sagte er gegenüber der italienischen Zeitung "The Local" (englischsprachig). Der Künstler hatte vor wenigen Tagen einen Brief vom Vatikan erhalten, in dem klargestellt wurde: "Die Kirche ist gegen die Ausstellung".

Claudio Tanturri, Sprecher des Vikariats in Rom sagte, die Fotografien würden die italienische Verfassung verletzen. "Das italienische Verfassungsrecht schützt die Religiösität eines jeden Individuums und die Plätze, an denen diese ausgeübt wird", sagte er. Die Fotos seien deshalb unpassend.

Orquins Protest gegen Zensur

Doch Orquin lässt sich nicht unterkriegen. Seine Anwälte, sagt er, arbeiten an dem Fall und er hoffe, die Fotografien irgendwann doch noch ausstellen zu können. Bis es soweit ist, protestiert Orquin mit seiner Kunst: Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte er ein Foto, dass seine Fotografien zeigt - mit schwarzem Papier bedeckt, darunter schwarze Kreuze.

Der aus Spanien stammende Katholike ist empört über den Umgang mit Homosexualität in Italien. Er empfinde das Land als "sehr homophob": "Es gibt kein anderes Land in Europa oder im Westen allgemein, das so zurückgeblieben ist, wie dieses", sagte er.

ssch

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