Vater eines Opfers: Lasst die Leichen am Meeresgrund

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Bernd Gans, Vater eines Opfers. 

Vaterstetten - Nach der Bergung erster Leichtenteile aus der Air-France-Maschine im Atlantik sprechen sich deutsche Opferangehörige dagegen aus, die Aktion fortzusetzen.

„Es gibt keine menschenwürdige Bergung mehr“, sagte der Vaterstettener Bernd Gans von der deutschen Hinterbliebenenvereinigung HIOP AF 447 mit Blick auf den Zustand der Toten. HIOP gehören rund 60 Angehörige der 28 deutschen Opfer an. Die Mehrheit von ihnen sei dafür, die Leichen am Meeresgrund zu lassen, sagte Gans. Bei dem Absturz am 1. Juni 2009 kamen insgesamt 228 Menschen ums Leben. Nur 50 konnten zunächst geborgen werden.

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Als Frankreichs Regierung bekanntgab, dass eine Leiche - im Flugzeugsitz angeschnallt - entdeckt wurde, sei die Meinung unter den Angehörigen über eine Bergung geteilt gewesen, sagte Gans. „Bei vielen Hinterbliebenen - auch bei mir - hat das Hoffnungen geweckt, man könnte vielleicht das Kind, den Ehemann, die Frau, den Vater bergen und bestatten.“ Doch der Zustand der am Donnerstag aus 3900 Metern Tiefe geborgenen Leiche sei extrem schlecht gewesen.

Ein Sprecher der französischen Gendarmerie hatte beschrieben, es habe sich nicht um einen „Körper“, sondern um „sterbliche Überreste“ gehandelt.

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Sollten aber noch Flugzeugteile geborgen werden müssen, die für die Aufklärung des Unglücks nötig seien, müsse dies unbedingt geschehen, unterstrich Gans. Der Absturz müsse lückenlos aufgeklärt und die Verantwortlichen für Fehler und Unterlassungen zur Rechenschaft gezogen werden. Die strafrechtlichen Ermittlungen müssten in einen Prozess münden. Dies sei den Opferangehörigen, die als Nebenkläger auftreten, bei einem Treffen mit Regierungsvertretern in Paris auch zugesagt worden.

Gans sagte, es sei positiv, dass die Flugschreiber nun fast zwei Jahre nach dem Unglück doch noch geborgen wurden. Allerdings habe die Untersuchungsbehörde BEA bisher nicht bestätigen können, dass sie auslesbar seien. Schon deswegen hätte dies viel früher geschehen müssen, meinte Gans.

Gans und seine Frau haben ihre Tochter bei der Katastrophe verloren. Die 31-Jährige hatte ihren Bruder in Rio de Janeiro besucht und wollte über Paris zurückkommen.

dpa

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