USA: Schüler per Webcam bespitzelt?

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Wer sich auskennt, kann mit einem Laptop jemanden heimlich ausspionieren.

Philadelphia - Das FBI ermittelt wegen möglicher Datenschutzverletzungen gegen zwei Oberschulen, die von Zeit zu Zeit die Webcams an Schüler-Laptops per Fernsteuerung aktiviert hatten.

Einer der betroffenen Schüler klagt deswegen wegen Verletzung seiner Privatsphäre. Dem Fernsehsender KYW-TV sagte er am Freitag, die Schule habe die Webcam seines Laptops aktiviert, als er zu Hause gewesen sei. Die Kamera habe ein Bild übertragen, aus dem eine Lehrerin gefolgert habe, er verkaufe Tabletten. Dabei habe es sich um einen Bonbon gehandelt. “Das war ein Eindringen in die Privatsphäre“, sagte die erboste Mutter Holly Robbins. “Als ob ein Spanner in unserem Haus wäre. Ich schicke meinen Sohn in die Schule, damit er was lernt - und nicht, um ausspioniert zu werden.“

Nach Bekanntwerden dieser Klage räumte der Schulbezirk des Stadtteils Lower Merion ein, dass Webcams von an Schüler ausgeliehenen Laptops in den vergangenen 14 Monaten 42 mal per Fernsteuerung aktiviert worden seien. Einziges Ziel sei gewesen, verlorengangene Computer wiederzufinden.

Die Familie des klagenden Schülers nimmt das der Schulleitung des Bezirks nicht ab. Die Schüler seien ausspioniert worden, heißt es in der Klage. Die Schulleitung bestreitet das, räumt aber ein, dass in den Verträgen zur Überlassung der tragbaren Computer die Möglichkeit einer Fernaktivierung der eingebauten Kamera nicht erwähnt worden sei. Inzwischen prüfe ein Experte die bislang vorgenommenen Aktivierungen in Hinsicht auf Datenschutzbelange.

In den meisten Computern ermöglicht das Betriebssystem bei entsprechenden Einstellungen den Zugriff auch von einem externen PC aus. Das kann zu Wartungszwecken und zum Datenaustausch etwa in einem Netzwerk durchaus erwünscht und legitim sein. Hacker können über derartige Schnittstellen aber auch Passwörter stehlen. Laptops mit eingebauten Kameras und Mikrofonen könnten zudem wie Abhörgeräte benutzt werden.

Der Schulbezirk in Lower Merion stellt allen 2.300 Schülern an zwei Oberschulen Apple-Laptops zur Verfügung, sagt Schulbezirkssprecher Doug Young. Nur zwei Administratoren hätten die Möglichkeit zur Fernaktivierung der eingebauten Webcams - und diese auch nur, um vermisste Geräte aufzufinden, betonte er.

apn

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