TV-Ansprache im Weißen Haus

USA-Rückzug aus Afghanistan: Präsident Joe Biden droht Taliban mit Rückschlag

Der Abzug der USA aus Afghanistan sorgte für scharfe Kritik. Nun äußerte sich Präsident Joe Biden live im TV und sprach erstmalig über die Lage seit der Machtübernahme.

Washington - US-Präsident Joe Biden hat der Taliban mit „einer raschen und starken“ militärischen Reaktion gedroht, wenn US-Kräfte nach dem Rückzug aus Afghanistan von der Terror-Organisation attackiert werden würden. Das gelte für jede Handlung der Taliban, die US-Personal oder deren Mission gefährden würden. Biden sprach am Montagabend live im nationalen Fernsehen über die aktuelle Lage in Afghanistan und dem Rückzug des Westens. Zuvor hagelte es für den Rückzug mächtig Kritik.

LandAfghanistan
HauptstadtKabul
Fläche652.860 km²
Bevölkerung 38,04 Millionen

Die USA könnten laut Biden auch ohne Truppen vor Ort gegen Terrororganisation wie Al-Kaida kämpfen, sagte Biden am Montag. Das US-Militär zeige dies in anderen Ländern wie zum Beispiel Somalia oder Jemen. Dies könne „falls nötig“ auch in Afghanistan gegen die Taliban geschehen. Seit dem Rückzug der USA und anderer West-Mächte gelang es der Taliban die Macht in Afghanistan zu übernehmen.

US-Präsident Biden kritisiert afghanische Regierung und Armee

Bei seiner ersten Ansprache seit der Machtübernahme kritisierte Joe Biden vor allem die afghanische Regierung und die Streitkräfte der afghanischen Armee: „Die politischen Anführer Afghanistans haben aufgegeben und sind aus dem Land geflohen“, so Biden. Er ergänzte: „Das afghanische Militär ist zusammengebrochen, manchmal ohne zu versuchen zu kämpfen.“

US-Präsident: Rückzug richtige Entscheidung

Die Machtübernahme habe laut Biden bestätigt, dass der US-Truppenabzug aus Afghanistan die richtige Entscheidung gewesen sei. „Amerikanische Truppen können und sollten nicht in einem Krieg kämpfen und in einem Krieg sterben, den die afghanischen Streitkräfte nicht bereit sind, für sich selbst zu führen.“

US-Präsident Joe Biden äußerte sich am Montag live im Fernsehen zu der Lage in Afghanistan.

Bereits in den vergangenen Wochen kritisierte Biden immer wieder die Kampfbereitschaft der afghanischen Armee. Die US-Armee hatte die afghanische nach Angaben der US-Regierung ausgebildet.

US-Regierung: Tempo der Machtübernahme unterschätzt

Dennoch habe Biden nicht mit einer so schnellen Machtübernahme der Taliban gerechnet: „Dies hat sich schneller entwickelt, als wir erwartet hatten.“ Demnach hätte die Regierung das Tempo unterschätzt.

Taliban mit massivem Machtgewinn in Afghanistan

Die Taliban hatten in den vergangenen Wochen nach dem Abzug der ausländischen Truppen in rasantem Tempo praktisch alle Provinzhauptstädte des Landes eingenommen - viele kampflos. Am Sonntag rückten sie auch in Kabul ein. Kämpfe gab es keine. Der blitzartige Vormarsch überraschte viele Beobachter, Experten und auch die US-Regierung.

Auf dem Papier waren die Taliban den afghanischen Streitkräften unterlegen. Rund 300 000 Mann bei Polizei und Armee standen Schätzungen zufolge rund 60 000 schlechter ausgerüsteten Taliban-Kämpfern gegenüber. Diese profitieren aber von ihrem brutalen Ruf, den sie sich während ihrer Herrschaft in den 90er-Jahren mit öffentlichen Exekutionen oder Auspeitschungen verdient haben.

Auch in Deutschland hagelte es scharfe Kritik gegenüber der Regierung um CDU und SPD.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/Evan Vucci

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