Obama reist ins Tornado-Gebiet - Totenzahl steigt

Washington - Am Tag nach den verheerenden Tornados ist das ganze Ausmaß der Katastrophe im Süden der USA noch nicht absehbar. Präsident Obama will sich in Alabama ein Bild von der Lage machen.

Nach der Serie verheerender Tornados im Süden der USA finden die Retter in den Trümmern immer mehr Leichen. Bis in die Nacht zum Freitag (Ortszeit) wurden mindestens 300 Tote geborgen, wie der US-Sender CNN berichtete. US-Präsident Barack Obama wollte am Freitag mit seiner Frau Michelle in das Katastrophengebiet nach Tuscaloosa (Alabama) reisen und sich am frühen Abend deutscher Zeit ein Bild von der Lage machen. Der Verlust an Menschenleben zerreiße ihm das Herz, sagte er im Weißen Haus.

Der Präsident sagte den Menschen schnelle Hilfe zu. Die Regierung lasse die Betroffenen nicht allein beim Wiederaufbau nach den schwersten Wirbelstürmen seit Jahrzehnten.

Tornado in den USA: Bilder der Verwüstung

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den USA derweil in einem Kondolenzschreiben an Obama ihr Mitgefühl für die Toten und Verletzten ausgedrückt. “Ich möchte Ihnen und den Menschen in den betroffenen Gebieten in dieser schweren Stunde meine Anteilnahme übermitteln. Den Angehörigen der Opfer gilt unser tief empfundenes Mitgefühl, den verletzten Menschen wünsche ich eine rasche und vollständige Genesung“, schrieb Merkel in ihrem am Freitag in Berlin veröffentlichten Brief.

Ausmaß noch nicht abschätzbar

Alabamas Gouverneur Robert Bentley betonte, die Schäden seien derart enorm und so weit verbreitet, dass es wahrscheinlich Tage dauern werde, bis das Ausmaß der Katastrophe abzuschätzen sei. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte. Einwohner und Rettungskräfte suchen weiter unter den Trümmern nach Überlebenden. Mehr als 10 000 Menschen sind obdachlos.  

Alabama ist der am schlimmsten betroffene Bundesstaat. Dort starben mehr als 200 Menschen durch die Wirbelstürme. 1700 weitere seien verletzt worden. Auch in fünf weiteren Bundesstaaten gab es Todesopfer. Fast eine Million Haushalte ist ohne Strom. Nahe Athens, ebenfalls in Alabama, wurde ein Atommeiler durch den Sturm von der Stromversorgung abgeschnitten. Die drei Reaktoren schalteten sich automatisch ab.

Der Autobauer Daimler stoppte seine Produktion im US-Werk in Tuscaloosa für den Rest der Woche. “Bei uns sind keine Mitarbeiter zu Schaden gekommen“, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber am Freitag. Man wolle den Beschäftigen aber ermöglichen, sich jetzt um ihre Dinge zu kümmern. Auf den Produktionsstandort, wo Geländewagen gebaut werden, haben die Tornados keine Auswirkungen gehabt. Am Montag soll die Fertigung wieder anlaufen. Bei BMW läuft die Produktion weiter.

Streckenweise fegten die Wirbelstürme mit mehr als 300 Stundenkilometern über das Land. Meteorologen zählten allein in den letzten Tagen mehr als 150 Tornados. Damit wird der April 2011 wohl der April mit den meisten Tornados seit Jahrzehnten. Die meisten Wirbelstürme bislang wurden im April 1974 mit 267 gezählt.

Das Zentrum der Katastrophe war diesmal Tuscaloosa: Ein riesiger Tornado fegte mit einer Breite von 1,5 Kilometern über die Stadt. “Es war ein Monster“, sagte ein Augenzeuge. Innerhalb von Minuten machte der Wirbelsturm ganze Straßenzüge dem Erdboden gleich. Autos wurden durch die Luft gewirbelt. “Es ist ein Chaos“, sagte eine Überlebende.

Dutzende Todesopfer und schwere Verwüstungen gab es auch in den Staaten Mississippi, Arkansas, Georgia und Tennessee. Fünf Menschen starben in Virginia. Siedlungen wurden zerstört. In Alabama, Mississippi und Georgia wurde der Notstand ausgerufen.

dpa

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