US-Raumkapsel Orion soll 2017 in Richtung Mond aufbrechen

Eine künstlerische Darstellung der Raumkapsel Orion mit einem Service Modul in der Erdumlaufbahn. Foto: Airbus Defence and Space/dpa

Berlin (dpa) - Die Raumkapsel Orion der US-Raumfahrtbehörde Nasa soll in den Jahren 2017 und 2018 unbemannt um den Mond und zurück fliegen. Ein wesentliches Bauteil für Orion wird bis dahin in Europa entwickelt, wie das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) am Montag mitteilte.

Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) hat das Raumfahrtunternehmen Airbus Defence & Space beauftragt ein sogenanntes Service-Modul zu entwickeln und zu bauen.

Das Mehrzweck-Modul soll Orion unter anderem antreiben und mit etwa Sauerstoff, Wasser und Energie versorgen. Der Vertrag über 390 Millionen Euro ist am Montag in Berlin unterzeichnet worden.

Orion gilt als Prestigeobjekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Bemannte Missionen zum Mond, zu Asteroiden und bis zum Mars sind vorgesehen. Diese sollen den Angaben zufolge jedoch nicht vor 2020 stattfinden.

Zum ersten Mal würden die USA damit systemkritische Elemente eines Raumschiffes aus Europa beziehen, betonte die Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Brigitte Zypries. Es sei nun nicht mehr die Frage, ob der Mensch den Mars betreten wird, sondern wann, sagte Esa-Programmdirektor Rolf Densing vom DLR.

"Mein Wunsch wäre ein europäischer Astronaut an Bord von Orion", sagte der Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb, Thomas Reiter. Mit dem Bau des Moduls wolle man die Weichen stellen. Eine Zusammenarbeit von Nasa und Esa im Rahmen der Internationalen Raumstation ISS wurde 2012 beschlossen, sie läuft vorerst bis 2020.

Das Orion-Modul wird auf Grundlage der ISS-Versorgungsfahrzeuge entwickelt. Dafür gibt es laut Ritter einen "ambitionierten Zeitplan". Die Raumkapsel selbst wird nach Angaben von Airbus Defence & Space von dem US-Unternehmen Lockheed Martin Space Systems für vier oder mehr Astronauten entwickelt.

Die USA hatten vor kurzem angekündigt, wieder selbst Astronauten ins All zu schießen. Ihre eigenes Shuttle-Flotte wurde 2011 unter anderem wegen der Kosten stillgelegt, US-Astronauten nutzten stattdessen russische Sojus-Kapseln. Weitere Nasa-Vorhaben wurden privatisiert. Trotz zweier Unfälle innerhalb weniger Tage vertraut US-Präsident Barack Obama der unterstützenden privaten Raumfahrt, wie sein Sprecher Anfang November sagte.

Airbus Defence & Space

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