Weltpremiere

Uruguay startet Marihuana-Verkauf in Apotheken

Der Uruguayer hat sich zwei Beutel mit legalem Marihuana gekauft. Foto: Foto: Matilde Campodonico
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Der Uruguayer hat sich zwei Beutel mit legalem Marihuana gekauft. Foto: Foto: Matilde Campodonico
Einwohner der Stadt Montevideo warten vor einer Apotheke, um legal Marihuana zu kaufen. Foto: Matilde Campodonico
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Einwohner der Stadt Montevideo warten vor einer Apotheke, um legal Marihuana zu kaufen. Foto: Matilde Campodonico
Ein Mann identifiziert sich mit seinem Fingerabdruck in einer Apotheke in Montevideo. Foto: Matilde Campodonico
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Ein Mann identifiziert sich mit seinem Fingerabdruck in einer Apotheke in Montevideo. Foto: Matilde Campodonico
Weltpremiere in Montevideo: Eine Frau zeigt ihr soeben in einer Apotheke gekauftes Päckchen Marihuana. Als erster Staat organisiert Uruguay sowohl den Anbau als auch den legalen Verkauf der Droge. Pablo Abarenga Foto: Pablo Abarenga
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Weltpremiere in Montevideo: Eine Frau zeigt ihr soeben in einer Apotheke gekauftes Päckchen Marihuana. Als erster Staat organisiert Uruguay sowohl den Anbau als auch den legalen Verkauf der Droge. Pablo Abarenga Foto: Pablo Abarenga
Im Auftrag des Staates: Cannabis-Produktion des Unternehmens International Cannabis Corp in Libertad, Uruguay. Foto: ICC
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Im Auftrag des Staates: Cannabis-Produktion des Unternehmens International Cannabis Corp in Libertad, Uruguay. Foto: ICC
In Uruguay können zwei Sorten Marihuana in Mengen von maximal zehn Gramm die Woche gekauft werden. Foto: Matilde Campodonico
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In Uruguay können zwei Sorten Marihuana in Mengen von maximal zehn Gramm die Woche gekauft werden. Foto: Matilde Campodonico

Erstmals startet mit Uruguay ein Land den staatlich organisierten Anbau und Verkauf von Marihuana, um den Drogenhändlern das Geschäft zu verderben. Einen Kiffer-Tourismus will man aber verhindern.

Montevideo (dpa) - In einem weltweit einmaligen Projekt kann in Uruguay seit Mittwoch in Apotheken Marihuana gekauft werden. Als erster Staat organisiert das südamerikanische Land sowohl den Anbau als auch den legalen Verkauf der Droge.

Registrierte Nutzer können Mengen von bis zu zehn Gramm pro Woche erwerben. Nach Angaben des staatlichen Cannabis-Institutes haben sich bisher knapp 5000 Bürger für den Kauf registriert. Etwa 70 Prozent seien Männer, die meisten im Alter zwischen 30 und 44 Jahren. Das Gramm Marihuana kostet in der Apotheke knapp 1,30 Dollar - und ist damit billiger als beim Dealer.

Die registrierten Konsumenten müssen sich mit einem elektronischen Fingerabdruck identifizieren. Ziel ist es, illegalen Drogenhändlern das Geschäft zu verderben. Es wird geschätzt, dass dem illegalen Markt damit mindestens sieben Millionen Dollar im Jahr entzogen werden können. Das Gesetz wurde 2013 während der Präsidentschaft des früheren linken Guerillakämpfers José Mujica beschlossen, wegen Umsetzungsproblemen verzögerte sich der Verkaufsstart mehrfach.

Für den legalen Konsum gibt es neben dem Erwerb in 16 ausgewählten Apotheken zwei weitere Möglichkeiten, für die man sich aber ebenfalls registrieren muss: Der Anbau von bis zu sechs Hanfpflanzen zu Hause oder die Mitgliedschaft in einem Club, der gemeinsam Hanfpflanzen anbaut und jedem Mitglied bis zu 480 Gramm Eigenkonsum im Jahr gestattet. Insgesamt wird die Zahl der registrierten Konsumenten auf bisher rund 13 500 geschätzt - Uruguay hat 3,3 Millionen Einwohner.

Anders als in den Niederlanden, wo der Verkauf in privaten Coffee-Shops lediglich toleriert wird und das Gras aus einem illegalen Markt kommt, regelt Uruguay den gesamten Prozess staatlich. Zwei Firmen betreiben im Auftrag der Regierung den Marihuana-Anbau bei Montevideo. Sie dürfen jeweils zwei Tonnen pro Jahr anbauen.

Touristen dürfen kein Gras kaufen, ein Kiffer-Tourismus soll damit verhindert werden. Registrieren können sich nur Uruguayer oder Ausländer, die schon seit mindestens einem Jahr in dem Land leben. Zudem ist der Konsum am Arbeitsplatz, auf öffentlichen Plätzen oder am Steuer nicht erlaubt. Kritiker sehen vor allem Probleme bei der Kontrolle des legalen Verkaufs - es bestehe die Gefahr, dass das günstige Marihuana wieder illegal weiterverkauft werden könnte.

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