"Ernste Lage"

Unwetter in Spanien: „Gota fría“ so hart wie lange nicht - Zahl der Todesopfer steigt

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Nach einer Überschwemmung im Südosten Spaniens liegt ein Auto im Schlamm. Nach den schweren Unwettern an der spanischen Mittelmeerküste ist die Zahl der Toten auf sechs gestiegen.

Spanien wird erneut von schweren Unwettern getroffen, diesmal sind besonders die Küstengebiete im Südosten betroffen. Die „Gota fría“ forderte bereits sechs Todesopfer.

  • In Spanien wüteten Ende August heftige Unwetter.
  • Schlammfluten rissen Autos in der Hauptstadt Madrid einfach mit.
  • Ein Tornado verwüstete die beliebte spanische Urlaubsregion Malaga.
  • Im September hat die Mittelmeerregion unter Wassermassen zu leiden, mehrere Menschen kommen ums Leben.

Update vom 16. September 2019, 14,47 Uhr: Heftige Unwetter in den Herbstmonaten ist man in der Mittelmeerregion Spaniens gewohnt.  „Gota fría“ heißt das entsprechende Wetter-Phänomen. Doch in diesem Jahr schlug es so hart wie lange nicht mehr zu. Mindestens sechs Tote und verheerende Zerstörungen forderten die Unwetter bislang. Auch am Sonntag war die Gefahr noch nicht gebannt. Zumindest zog die „Gota fría“ aber abgeschwächt ins Landesinnere der iberischen Halbinsel. Der „kalte Tropfen“, wie das Phänomen übersetzt heißt, basiert auf den stark schwankenden Temperaturen von Meer und Luft und entsteht, wenn sich die ersten atlantischen Tiefausläufer mit feuchtkalter Luft über das warme Mittelmeer schieben.

Über das aktuelle Wetter halten wir sie immer in unserem Wetter-Ticker auf dem Laufenden. 

Update vom 14. September 2019, 14.53 Uhr:

Bei den schweren Unwettern an der spanischen Mittelmeerküste sind seit Mittwochabend mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Leiche des sechsten Opfers, eines 41 Jahre alten Mannes, sei am Samstag in einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Orihuela in der ostspanischen Provinz Alicante gefunden worden, teilten die Behörden mit. Einsatzkräfte des Militärs und der Polizei hätten im überschwemmten Gebiet auch das Motorrad geborgen, mit dem der Mann unterwegs gewesen sei, hieß es.

Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach auf Twitter der Familie des sechsten Opfers sein Beileid aus. Kurz vor einem Besuch der Unwetter-Regionen erklärte er sich am Samstag zudem mit allen Betroffenen solidarisch. Der Sozialist versicherte, man werde „alle Mittel und alle Hilfe einsetzen, um der Bevölkerung beizustehen und die Normalität wieder herzustellen“.

Am heftigsten betroffen von den Unwettern waren die Provinzen Murcia, Alicante und Valencia im Osten sowie die andalusischen Provinzen Almería, Málaga und Granada im Südosten des Landes. Dort mussten bis Samstag insgesamt 3500 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

An einigen Orten fielen mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Flüsse traten über die Ufer. Wegen der sintflutartigen Regenfälle gab es unzählige Überschwemmungen und auch Erdrutsche. Die Flughäfen in Almería und Murcia wurden zeitweilig geschlossen, viele Landstraßen waren noch am Samstag gesperrt.

Unwetter in Spanien spitzen sich zu: Fünf Todesopfer - Flugverkehr betroffen

Update vom 14. September 2019, 10.23 Uhr: Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach vor Journalisten von einer "ernsten Lage", rund 3000 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, Polizei und Armee seien in den Katastrophengebieten. Mehr als 3500 Menschen mussten wegen der Unwetter und Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. Grande-Marlaska reiste nach Orihuela, rund fünf Kilometer südlich von Redován, um sich auf einem Hubschrauberflug ein Bild von den Schäden zu machen.

74 Straßen seien am Freitag wegen Hochwassers gesperrt gewesen, führte das Innenministerium aus. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Rettungskräfte auf Jet-Skis durch einen überschwemmten Autobahntunnel fuhren. In Redován wateten Einwohner durch kniehohes Wasser.

Der Flughafen der südspanischen Stadt Murcia blieb am Freitag geschlossen. 22 Flüge nach Palma de Mallorca wurden umgeleitet, wie die Flughafenbetreibergesellschaft Aena mitteilte. Der Regionalflughafen von Almería war mehrere Stunden lang geschlossen. Zwei Flüge mussten gestrichen und zwei weitere umgeleitet werden. Auch einige Zugverbindungen fielen aus.

Der Südosten Spaniens wird seit Mittwoch von heftigen Regenfällen heimgesucht, vielerorts gab es Überschwemmungen. Nach Angaben von Meteorologen erlebten einige Orte der Region die schlimmsten Unwetter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1917. Zahlreiche Schulen wurden geschlossen, allein in der Region Valencia waren rund 690.000 Schüler betroffen.

Unwetter in Spanien hören nicht auf - Mehrere Menschen kommen ums Leben

Update vom 13. September 2019, 22.25 Uhr: Nach den schweren Unwettern an der spanischen Mittelmeerküste ist die Zahl der Toten am Freitagabend auf fünf gestiegen. Im andalusischen Almería starb ein Mann, als er mit seinem Auto in einer überfluteten Unterführung stecken blieb. Er hatte laut Presseberichten anscheinend Warnhinweise übersehen, als er in den Tunnel fuhr. Ein weiterer Mann kam in La Jámula in der Nähe von Granada ums Leben.

Nachdem zunächst der Wagen des 36-Jährigen gefunden worden war, wurde einige Zeit später von einem Hubschrauber aus die Leiche des Vermissten entdeckt. Auch in der Nähe von Alicante gab es ein Opfer: Dort sei ein 58-Jähriger in den Wassermassen ertrunken, berichtete die Zeitung „El País“ am Abend. Bereits am Donnerstag waren in dem Dorf Caudete zwei Menschen in ihrem Auto ums Leben gekommen. Insgesamt mussten bereits Tausende von Menschen ihre Wohnungen verlassen.

Unwetter in Spanien: Flughäfen geschlossen, Flüsse treten über die Ufer

Am heftigsten betroffen von dem Unwetter waren die Provinzen Almería, Murcia, Alicante und Valencia. An einigen Orten fielen mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Einige Flüsse traten über die Ufer. Die Flughäfen in Almería und Murcia wurden geschlossen. In der autonomen Region Valencia fiel für rund 700.000 Schüler der Unterricht aus, wie Medien meldeten. In Cabo de Gata in der Provinz Almería musste ein Campingplatz geräumt werden. Die rund 60 Camper stammten aus verschiedenen Ländern, hieß es.

16.57 Uhr: Über die Unwetter in Spanien berichtet auch unser Partnerportal Costa del Sol Nachrichten ausführlich. So sollen am Donnerstagabend 100 Liter Regen pro Quadratmeter niedergeprasselt sein.

Wassermassen mitten in der Stadt: Schwere Unwetter an der spanischen Mittelmeerküste sorgen für Überflutungen.

Update vom 13. September, 14.18 Uhr: Nach den schweren Unwettern an der spanischen Mittelmeerküste ist die Zahl der Toten auf drei gestiegen. In Almería (Andalusien) starb ein Mann, als er mit seinem Auto in einer überfluteten Unterführung stecken blieb. Er hatte laut Presseberichten anscheinend Warnhinweise übersehen, als er in den Tunnel fuhr. Am Donnerstag waren schon in dem Dorf Caudete zwei Menschen in ihrem Auto ums Leben gekommen.

Update vom 27. August, 15.54 Uhr: Ein Tornado fegte in Südspanien über das Land. Der Wirbelsturm wurde in der Provinz Malaga in der Region Andalusien (Spanien) gesichtet. Der Tornado steuerte auf die Stadt Campillos zu. Von diesem gewaltigen Naturereignis finden sich spektakuläre Videos und Fotos in den sozialen Netzwerken.

Die staatliche Wetterbehörde hat einen Tornado oder auch Tornados in diesem Gebiet bislang offiziell nicht bestätigt. Auf einer Webseite des spanischen Umweltministeriums jedoch werden diverse Wetter-Beobachtungen zusammengefasst. Demnach soll vermutlich eine Superzelle für die Tornados in der Region verantwortlich sein. Es habe mindestens drei Tornados von jeweils 30 Minuten gegeben, heißt es dort. Nach Einbruch der Dunkelheit ab 21.25 Uhr wurde der letzte Tornado aus den Augen verloren, heißt es auf der Webseite. 

Die Bewohner von Campillos hatten Glück. Die Tornados zogen an der Stadt vorbei.

Unwetter überschwemmt Madrid: Schlamm-Strom reißt Autos mit - dramatisches Video

Erstmeldung vom 27. August 2019: Madrid - Schwere Unwetter mit Hagel haben in der Region um Spaniens Hauptstadt Madrid Überschwemmungen und zentimeterhohe Eisdecken verursacht. Auf Videos der Zeitung „El Mundo“ und anderer Medien war zu sehen, wie die Wassermassen am Montagabend sogar Fahrzeuge mit sich rissen. Die Ortschaft Arganda del Rey im Südosten Madrids war besonders betroffen. Dort fiel so viel Hagel, dass Straßen mit einer dicken Eisschicht bedeckt waren.

Ein Strom aus Schlamm riss Autos und andere Gegenstände mit sich. Die Feuerwehr musste in der spanischen Hauptstadt und ihrer Umgebung am Montag zu mehr als 150 Einsätzen ausrücken, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Verletzte habe es nicht gegeben.

Madrid/Spanien: Straßen und U-Bahnen mussten gesperrt werden

Auch in Madrid selbst mussten Straßen und Tunnel sowie mehrere Metro-Linien gesperrt werden. Am Flughafen Barajas sorgten die Unwetter für Verspätungen, einige Maschinen wurden auf andere Flughäfen umgeleitet.

Unwetter in Madrid: Nichts von Verletzten bekannt

Die Regenfälle machten am Montag vier Autobahnen rund um Madrid unbefahrbar, auch auf fünf U-Bahn-Linien musste der Verkehr ausgesetzt werden, weil einige Stationen völlig überschwemmt waren. Am Dienstag gab es auf manchen Autobahnen immer noch Beeinträchtigungen.

„Das Gewitter begann um 18 Uhr und dauerte zehn Minuten, aber es war eine einzige Katastrophe“, zitierte „El Mundo“ den Besitzer einer Bäckerei in Arganda del Rey. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach auf Twitter allen Betroffenen seine Solidarität aus. Zugleich dankte er allen Rettungskräften für ihren Einsatz.

Auch Italien wurde kürzlich von heftigen Unwettern geplagt. Sintflutartige Regenfälle verwandelten die Straßen von Pescara plötzlich in reißende Flüsse.

dpa

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