90.000 Euro "in Fluss gefallen"

Untreue-Verdacht: Ex-Banker hat bizarre Ausrede

Salzburg - Ein ehemaliger Banker, der sich seit Donnerstag wegen des Verdachts der Untreue verantworten muss, hat das Gericht mit einer buchstäblich unglaublichen Erklärung überrascht.

Eine filmreife Story hat ein ehemaliger Bankbeamter am Donnerstag vor dem Landesgericht Salzburg geschildert. Eine Bananenschachtel mit rund 90.000 Euro sei ihm bei einem Geldtransport in einen Fluss gefallen, behauptete der Angeklagte. Die Staatsanwältin glaubt ihm kein Wort. Sie ist davon überzeugt, dass der 46-Jährige eine Reifenpanne vorgetäuscht und das Geld abgezweigt hat.

Am 7. Mai vergangenen Jahres sollte der Mann die Banknoten von der Sparkassen-Filiale in Obertauern zum Hauptsitz nach Radstadt bringen. Vor Gericht schilderte er den Ablauf so: Er steckte das Geld in einen Plastiksack, dann in eine Bananenschachtel und in den Kofferraum des Dienstautos. In dem Karton verstaute er auch noch einen Sack mit 674 Euro Münzgeld, Blanko-Sparbücher, Blanko-Konzertkarten und rund 200 leere Geldsäcke. Während der Fahrt bemerkte er, dass Luft aus dem rechten Vorderreifen strömte. Um den Reservereifen und Wagenheber aus dem Kofferraum holen zu können, stellte er die Bananenschachtel auf eine Mauer neben dem Parkplatz.

Reißenden Fluss nicht bemerkt?

Dass hinter der Mauer ein hochwasserführender Fluss, die Taurach, ins Tal schoss und der Standort für die Ablage des Geldes kein sicherer Ort ist, wie ihm der Richter vorhielt, sei ihm nicht aufgefallen, erklärte der bisher unbescholtene Ex-Banker. Als der von der Reifenpanne informierte Direktor der Bankfiliale das Geld abholen wollte, sei die Bananenschachtel plötzlich verschwunden gewesen. Wie sie in den Bach fallen konnte, dafür fand der Angeklagte keine Erklärung.

Polizisten, Bergretter und Feuerwehrleute suchten in der Schlucht stundenlang nach dem Geld. Die Ausbeute war mit 3500 Euro gering. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, er habe diese kleine Geldmenge absichtlich in den Fluss geworfen - als Beweis für sein angebliches Missgeschick. Ein Urteil steht noch aus.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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