Abt unter Geldwäscheverdacht - Festnahme

Saloniki - Unter dem Vorwurf der Unterschlagung und der Geldwäsche ist in Griechenland ein Abt von der Polizei festgenommen worden. Doch der Geistliche macht gesundheitliche Probleme geltend.

Unter dem Vorwurf der Unterschlagung und der Geldwäsche hat die griechische Polizei den Abt eines Klosters auf dem Berg Athos festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Der Abt war an einem Landtausch mit der Regierung beteiligt, der dem 1.000 Jahre alten Kloster Vatopedi große Vorteile einbrachte. Ein Ermittlungsrichter schätzte diesen Vorteil auf mehr als 100 Millionen Euro.

Der Fall hatte die konservative Regierung, die von 2004 bis 2009 im Amt war, in Misskredit gebracht, drei Minister traten deswegen zurück. Der Abt bleibe vorläufig unter Bewachung in seiner Klosterzelle, erklärte die Polizei. Der Geistliche macht gesundheitliche Probleme geltend.

Dem Abt soll mit 31 weiteren Angeklagten der Prozess gemacht werden, nicht vor Gericht werden hingegen die in den Skandal verwickelten Minister erscheinen. Das griechische Parlament hatte im Februar entschieden, dass die Verjährungsfrist für die Politiker abgelaufen sei.

Obwohl der Abt vor dem Polizeieinsatz versprochen hatte, sich freiwillig zu stellen, rückte die Küstenwache in der Nacht auf Samstag mit mehreren Schiffen an und patrouillierte vor der Halbinsel, wo der Berg Athos liegt. In zwei nahe gelegenen Städten wurden zudem an Kontrollstellen Autos durchsucht und Ausweise kontrolliert.

dapd

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