Unruhe nach Wahl in Haiti

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Unruhe in Haiti nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses.

Port-au-Prince - Erneut Gewalt in Haiti: In mehreren Städten des Landes ist es am Dienstagabend nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentenwahl zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Tausende Menschen gingen auf die Straßen und machten ihrem Ärger über die Niederlage ihres Kandidaten, des populären Musikers Michel Martelly, Luft. “Überall in der Stadt brennen Reifen“, sagte eine Augenzeugin. “Und überall sind Schüsse zu hören.“ Nach Angaben des Senders Signal FM, griff die Polizei im Stadtteil Petion Ville ein, um die Proteste zu beenden. Die Wahlbehörde hatte zuvor mitgeteilt, dass Martelly als Drittplatzierter aus dem Rennen um die Präsidentschaft ausgeschieden sei. Den Abgaben zufolge führen nach dem ersten Wahlgang die Rechtsprofessorin Mirlande Manigat und der Kandidat von Präsident René Préval, Jude Celestin.

Auf Manigat, die Frau des ehemaligen Präsidenten Leslie Manigat, entfielen demnach 31,37 Prozent der Stimmen, auf Celestin 22,48 Prozent. Beide sollen im Januar in einer Stichwahl gegeneinander antreten. Martelly landete nach Angaben der Wahlbehörde mit 21,89 Prozent nur knapp hinter dem Zögling Prévals. Auch die amerikanische Botschaft in Haiti äußerte Zweifel am Wahlergebnis. In einer am Dienstagabend veröffentlichten Mitteilung wurde den Haitianern die Unterstützung der USA zugesichert. “Das Ergebnis entspricht nicht den Berechnungen der Wahlbeobachter“, hieß es darin. “Die USA und die internationale Gemeinschaft sind bereit, die Resultate der Wahl genau zu überprüfen und dem haitianischen Volk zu ihrem Recht zu verhelfen.“

Martelly war zuletzt als einer der Favoriten um die Nachfolge von Préval gehandelt worden. Mehrfach seit den chaotischen Wahlen am 28. November war es im ganzen Land zu Demonstrationen gegen Unregelmäßigkeiten gekommen. Die Opposition unterstellt der Regierungspartei Inité, die Wahl zugunsten ihres Kandidaten Jude Celestin gefälscht zu haben.

dpa

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