UNICEF fürchtet Kindersterben in Ostafrika

Köln - Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF fürchtet als Folge der Hungersnot in Ostafrika eine Zunahme lebensbedrohlicher Erkrankungen bei Kindern.

Internationale und deutsche Hilfsorganisationen schicken tausende Tonnen in die Hungerregion nach Ostafrika. In der Nacht zum Mittwoch sollte ein Flugzeug der Organisation Luftfahrt ohne Grenzen 90 Tonnen Nahrung und Medikamente die kenianische Hauptstadt Nairobi anfliegen, wie der Präsident der Organisation, Frank Franke, am Dienstag am Frankfurter Flughafen sagte.

Mit tausenden Zelten versorgt die Kinderhilfsorganisation Word Vision Deutschland nach eigenen Angaben die Menschen im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF fürchtet unterdessen ein Kindersterben in der Region.

Die Hilfslieferung von Luftfahrt ohne Grenzen sei auf die hohe Spendenbereitschaft der deutschen Bevölkerung und der Industrie zurückzuführen, sagte Franke. Allein in Somalia sind den Angaben zufolge 3,7 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht, alle fünf Minuten stirbt ein Kind.

Vor allem die Kinder leiden

World Vision Deutschland will mit Zelten die Menschen im Flüchtlingslager Dadaab vor Sandstürmen schützen. Die Gegend rund um das Lager sei ausgedörrt und biete keinen Schutz vor dem Wind, der ständig Staub und Sand aufwirbele, teilte die Organisation mit. Vor allem für die Kinder, die das Lager nach tagelangen Fußmärschen erschöpft und halb verhungert erreichten, sei dieser Zustand unerträglich. Viele litten bereits unter Infektionskrankheiten und müssten umgehend medizinisch behandelt werden.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF fürchtet als Folge der Hungersnot in Ostafrika eine Zunahme lebensbedrohlicher Erkrankungen bei Kindern. Durchfall und Infektionskrankheiten wie Masern seien für die geschwächten Kinder tödlich, sagte der Sprecher von UNICEF Deutschland, Rudi Tarneden.

Zwar laufe die internationale Hilfe, die Gefahr für die Kinder sei dennoch groß. Im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab sowie in Somalia würden deshalb mit einer großen Kampagne Kinder gegen Masern und Kinderlähmung geimpft. Mit der Maschine von Luftfahrt ohne Grenzen werden sich den Angaben zufolge auch 15 Tonnen Medikamente von UNICEF nach Nairobi transportiert.

Laut World Vision leben mittlerweile mehr als 440.000 Menschen in Dadaab. Damit habe sich das Flüchtlingslager zur viertgrößten Stadt Kenias entwickelt. Viele Flüchtlinge lebten in Unterkünften, die sie selbst aus Ästen, Tüchern und Plastikfolien gebaut hätten.

Luftfahrt ohne Grenzen und UNICEF baten erneut um Spenden.

Spendenkonten:

Luftfahrt ohne Grenzen: “Ein Flug gegen den Hunger“, Konto-Nr. 200332244, Frankfurter Sparkasse, BLZ 50050201.

UNICEF: “Ostafrika“, Konto-Nr. 300 000, Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00.

dapd

 

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