Leid und Tod durch Drogen: 187 000 sterben durch Sucht

Ein Schlafmohnfeld in Myanmar. Laut UN hat der Anbau ein beispielloses Ausmaß erreicht. Foto: Nyein Chan Naing
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Ein Schlafmohnfeld in Myanmar. Laut UN hat der Anbau ein beispielloses Ausmaß erreicht. Foto: Nyein Chan Naing
Eine angeschnittene Schlafmohnkapsel, aus der Rohopium tritt. Foto: Humayoun Shiab
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Eine angeschnittene Schlafmohnkapsel, aus der Rohopium tritt. Foto: Humayoun Shiab
Afghanistan ist die bei weitem wichtigste Opium-Quelle weltweit. Foto: Taj Wazir
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Afghanistan ist die bei weitem wichtigste Opium-Quelle weltweit. Foto: Taj Wazir
Eine Kugel aus Rohopium in der Hand eines afghanischen Bauern. Foto: Barbara Walton
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Eine Kugel aus Rohopium in der Hand eines afghanischen Bauern. Foto: Barbara Walton
Ein afghanische Bauer zeigt frisch geerntetes Opium. Foto: Humayoun Shiab
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Ein afghanische Bauer zeigt frisch geerntetes Opium. Foto: Humayoun Shiab

Der Weltdrogenbericht der UN zeichnet erneut ein düsteres Bild von Produktion, Schmuggel, Konsum und Leid. Die Drogen-Anbaufläche wächst. Und es mangelt an Geld zum Umsteuern.

Wien/Berlin (dpa) - Der Anbau von Schlafmohn zur Produktion von Opium und Heroin hat nach Angaben der Vereinten Nationen ein beispielloses Ausmaß erreicht.

In Afghanistan, Laos und Myanmar werde der Mohn inzwischen auf fast 350 000 Hektar angebaut, geht aus dem in Wien vorgestellten Weltdrogenbericht hervor. Dabei bleibt Afghanistan mit 224 000 Hektar die bei weitem wichtigste Opium-Quelle weltweit - das ist eine Fläche fast so groß wie das Saarland. "Der Anbaurekord bei Mohn in Afghanistan ist eine enorme Herausforderung für das Land und die internationale Gemeinschaft", heißt es in dem Bericht weiter. Afghanistan produziert rund 80 Prozent des Rohopiums weltweit, das der Grundstoff für Heroin ist.

Die Bundesregierung will angesichts dieser Entwicklung legale Alternativen zum Drogenanbau stärken. "Deutschland ist eines der Hauptkonsumentenländer von illegalen Drogen aus Entwicklungsländern", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. "Die Menschen dort brauchen dringend Alternativen. (...) Es geht um Kaffee und Kautschuk, statt Koka; es geht um nachhaltige Landwirtschaft und eine umfassende ländliche Entwicklung."

Die Zahlen im UN-Bericht lassen jedoch mangelnden Willen erahnen, die Ursachen des Drogenanbaus wirksam zu bekämpfen. Zwischen 2009 und 2013 hätten die Industrieländer ihre Gelder für entsprechende Alternativ-Agrar-Programme um 71 Prozent zurückgefahren. "Leider zeigt der Weltdrogenbericht, dass die politische Unterstützung für Alternativ-Entwicklungen und die finanzielle Hilfe nicht zusammenpassen", sagte Yury Fedotov, Direktor beim UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC.

Die Experten der UN zeigen sich darüber hinaus skeptisch, was die Legalisierung von Cannabis angeht. Es gebe auf dem Markt eine Vielzahl von Cannabis-Produkten, "von denen einige schädlicher erscheinen als ihre Vorgänger". Angesichts von Hinweisen, dass der Konsum von Cannabis zu Hirnschäden führe, müsse diese Entwicklung sehr genau verfolgt werden. In den USA haben mehrere Bundesstaaten Cannabis erlaubt. Laut UN konsumiert jeder vierte Oberstufen-Schüler in den USA die Droge.

Weltweit ist die Zahl der Drogenkonsumenten in etwa gleichgeblieben: Nach UN-Schätzungen haben im vergangenen Jahr rund 246 Millionen Menschen illegale Drogen genommen. Regelrecht drogenabhängig oder durch die Drogen krank seien etwa 27 Millionen Menschen - das entspreche fast der Zahl der Einwohner eines Staates wie Malaysia. Rund 1,65 Millionen Drogenabhängige hätten die Immunschwäche HIV. "Eine nicht hinzunehmende Zahl von Drogennutzern stirbt vorzeitig - allein 2014 waren es 187 000", hieß es.

Bei der Verteilung der Drogen spiele Afrika als Transitland eine immer wichtigere Rolle. Schmuggler würden die Ware auf kleinen Schiffen nach Ostafrika bringen. Die Behörden hätten im vergangenen Jahr in Booten auf dem Indischen Ozean 2200 Kilo Heroin sichergestellt.

Neben dem Kampf gegen illegale Drogen gehen die UN-Experten auch auf Tabak und Alkohol ein. Wer früh mit dem Rauchen und Alkohol beginne, neige eher zum Cannabis-Konsum. "Die Vermeidung von Alkohol und Tabak ist relevant für die Vorbeugung gegen Drogen." Als sehr wirksam hätten sich höhere Preise herausgestellt: Schon ein Anstieg von zehn Prozent für Zigaretten und Alkohol habe nach bisherigen Erkenntnissen einen spürbaren Rückgang beim Konsum zur Folge.

Bericht

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