Schwindende Vielfalt

UN-Staaten wollen Tier- und Pflanzenarten besser schützen

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Auch Bienen sind in Gefahr. Foto: Boris Roessler/Archiv/Illustration

Monokulturen, viel Pestizideinsatz. Weltweit verschwinden Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich. Auch weil es zu viele fehlgerichtete Subventionen für Landwirte gibt. Hier soll es eine Trendwende geben.

Cancún (dpa) - Zum Schutz der weltweit schwindenden Arten- und Pflanzenvielfalt wollen die UN-Staaten fehlgerichtete Subventionen in der Landwirtschaft und der Fischerei abbauen.

Bei einer UN-Konferenz im mexikanischen Cancún verabschiedeten die Umweltminister eine sechsseitige "Cancún-Erklärung", die den Artenschutz stärker im Regierungshandeln verankern und finanzielle Fehlanreize stoppen soll.

Umweltschützer warnen zum Beispiel, dass durch den starken Pestizid- und Gentechnikeinsatz die Zahl blütenbestäubender Tiere wie der Bienen dramatisch sinken könnte. 75 Prozent der Nahrungspflanzen und 90 Prozent der wildwachsenden Blütenpflanzen werden nach Auskunft des Weltrats für Biodiversität von Tieren bestäubt - und sind wichtiger Bestandteil der Nahrungsmittelproduktion für Menschen.

"Ohne grundlegende Änderungen in der Landwirtschaft oder der Fischerei können wir die biologische Vielfalt auf unserem Planeten nicht erhalten", betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die an den Ministerberatungen in Cancún teilnahm, am Sonntag. "Besonders wichtig ist mir das Bekenntnis zum Abbau naturschädlicher Subventionen, für das wir uns stark eingesetzt haben." Die Landwirtschaft könne nur dann naturverträglicher werden, wenn auch Agrarsubventionen entsprechend ausgestaltet werden - zum Beispiel damit, dass Landwirte für umweltverträgliches Arbeiten in Zukunft verstärkt mit finanziellen Sonderanreizen belohnt werden.

"Intensive Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft sind neben Bergbau, Verkehr und Infrastruktur die größten Treiber des weltweiten Artensterbens und des Verlusts natürlicher Lebensräume", sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. "Nur wenn es gelingt, den Schutz der Biodiversität wirksam in andere Sektoren wie die Agrar-, Fischerei- oder Verkehrspolitik zu integrieren, können Korallenriffe, Regenwälder, Orchideenwiesen und andere natürliche Lebensräume bewahrt werden."

Die UN-Artenschutzkonferenz findet alle zwei Jahre statt und wird auf Arbeitsebene bis zum 17. Dezember fortgesetzt. Grundlage ist die 1992 in Rio de Janeiro beschlossene Artenschutzkonvention (Convention on Biological Diversity/CBD). 2010 hatten die Mitgliedsstaaten konkrete Artenschutz-Ziele bis 2020 beschlossen. So sollen 17 Prozent der Land- und 10 Prozent der Meeresflächen besser geschützt werden, um den Artenverlust zu stoppen. Aber statt Fortschritten gibt es unter anderem durch die intensive Land- und Forstwirtschaft sowie durch die vielerorts massive Überfischung der Meere auch viele Rückschritte.

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