Fall aufgeklärt

Überfall auf Casino in Manila: Täter war Ex-Finanzbeamter

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Der 42-jährige Täter schoss um sich und legte an mehreren Stellen Feuer. Bei dem Brand erstickten 37 Besucher und Angestellte. Foto: Bullit Marquez

Der verheerende Brand in einem philippinischen Casino wurde von einem Mann mit hohen Spielschulden gelegt. Konkrete Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gibt es nicht - auch wenn die Terrormiliz IS die Tat für sich reklamiert.

Manila (dpa) - Die Polizei auf den Philippinen hält den Überfall auf ein Spielcasino in der Hauptstadt Manila mit Dutzenden Toten für aufgeklärt. Bei dem Täter handelt es sich demnach um einen ehemaligen Finanzbeamten, der hohe Spielschulden hatte.

Staatspräsident Rodrigo Duterte schloss einen terroristischen Hintergrund am Samstag aus. Zuvor hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptet, der Überfall gehe auf ihr Konto.

Der 42-Jährige hatte in der Nacht zum Freitag den Hotel- und Casinokomplex "Resorts World" in der Nähe des internationalen Flughafens überfallen. Er schoss um sich und legte an mehreren Stellen Feuer. Bei dem Brand erstickten 37 Besucher und Angestellte. Der Täter nahm sich das Leben. Die Casino-Betreiber kündigten an, den Familien der Todesopfer jeweils eine Million Peso (knapp 18 000 Euro) zu zahlen und auch die Beerdigungskosten zu übernehmen.

Manilas Polizeichef Oscar Albayalde betonte: "Dies war kein terroristischer Akt, sondern vielmehr die Tat eines Einzelnen, wie wir es gesagt hatten." Der Mann sei wegen seiner finanziellen Probleme aus dem Staatsdienst entlassen worden. Präsident Duterte sagte: "Das war nicht das Werk von ISIS." ISIS ist eine andere Abkürzung für IS. Konkrete Hinweise, dass der 42-Jährige tatsächlich in ihrem Auftrag handelte, gab es von der Terrormiliz nicht.

Im Süden der Philippinen kämpfen Regierungstruppen mit islamistischen Rebellen seit knapp zwei Wochen um die Großstadt Marawi. Dabei wurden bereits mehr als 180 Menschen getötet. Duterte hat über die Insel Mindanao, auf der Marawi liegt, das Kriegsrecht verhängt. Am Montag rief eine Gruppe von sechs Abgeordneten das Verfassungsgericht an, um die umstrittene Entscheidung rückgängig machen zu lassen.

Die Kämpfe waren durch die versuchte Festnahme eines mutmaßlichen Anführers der Terrorgruppe Abu Sayyaf, Isnilon Halipon, ausgelöst worden. Der 51-Jährige - einer der meistgesuchten Terroristen der Welt - konnte jedoch entkommen. Duterte setzte am Montag auf seine "Neutralisierung" ein Kopfgeld von 10 Millionen Peso (etwa 180 000 Euro) aus.

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