Ein Fund könnte zur Sensation werden

U-Boote aus Zweitem Weltkrieg entdeckt

Boston - Innerhalb eines Tages sind vor der US-Ostküste und in einem kanadischen Fluss Hinweise auf dort im Zweiten Weltkrieg versenkte deutsche U-Boote entdeckt worden.

Der Fundort des im April 1944 von amerikanischen U-Boot-Jägern gestellten U-550 wurde am Freitag von einer privaten Gruppe gemeldet.

Für das überraschend weit vom Atlantik im Fluss Churchill vermutete andere deutsche U-Boot-Wrack gab es dagegen noch keinen konkreten Beweis.

U-Boot vor US-Küste ein "U-550"

Bei dem U-Boot vor der US-Ostküste handele sich um das Boot “U-550“, das im April 1944 nach feindlichen Treffern bei einer Seeschlacht vor der Insel Nantucket in Neuengland gesunken sei, berichtete die Zeitung “Boston Globe“ in ihrer Online-Ausgabe.

Nach dem Wrack sei mehr als 20 Jahre gesucht worden, berichtete der Bergungstaucher Joe Mazraani dem Blatt. “Damit ist ein weiteres Geheimnis des Zweiten Weltkriegs gelöst.“ Das U-Boot sei noch erstaunlich intakt, berichtete er, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen.

Die deutsche Marine hatte damals mit ihren U-Booten im Atlantik versucht, den Nachschub für die US-Streitkräfte in Europa abzuschneiden. Dabei wurden zahlreiche US-Schiffe von deutschen Torpedos getroffen und versenkt. Aber auch viele der U-Boote wurden von Wasserbomben getroffen und sanken.

Die Suche nach “U-550“ sei besonders schwierig gewesen, da man ein weites Seegebiet abfahren musste, berichtete Mazraani weiter. Das Suchteam sei kurz davor gewesen, aufzugeben. Nach dem Fund sei der Jubel groß gewesen. “Alle sind in die Luft gesprungen. Es war wunderbar“.

Den genauen Fundort gab die Crew zunächst nicht bekannt - aus Furcht, dass sich such andere Taucher auf die Suche machen könnten. Auch in welcher Tiefe das Boot liege, wurde zunächst nicht verraten.

Deutsches U-Boot aus Zweitem Weltkrieg vor US-Küste entdeckt

Deutsches U-Boot aus Zweitem Weltkrieg vor US-Küste entdeckt

U-Boot am Grund des Churchhill-Flusses - "Auf Überraschungen gefasst machen"

Zuvor hatten Taucher in Kanada berichtet, dass sie bei der Suche nach drei vermissten Männern am Grund des Churchill-Flusses - mehr als 100 Kilometer vom Atlantik entfernt - möglicherweise auf ein deutsches U-Boot gestoßen seien. Der Fund muss allerdings noch bestätigt werden.

Die deutsche Botschaft in Ottawa schloss die Entdeckung des U-Bootes in einer ersten Reaktion nicht aus. “Wir wissen, dass deutsche U-Boote in der Region aktiv waren“, sagte der stellvertretende Botschaftsleiter Georg Jürgens. Gleichwohl wäre es “sensationell und ungewöhnlich“, dass ein U-Boot so weit landeinwärts hätte landen können. “Wir müssen uns auf Überraschungen gefasst machen“, sagte Jürgens.

dapd/dpa

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