U-Bahn-Züge kollidieren: Neun Tote

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Um eingeschlossene Fahrgäste zu bergen, mussten Leitern und Schneidbrenner eingesetzt werden.

Washington - Es ist das schwerste Unglück in der Geschichte der Metro in Washington: Beim Zusammenstoß von zwei U-Bahn-Zügen sind neun Menschen ums Leben gekommen, mehr als 70 wurden verletzt.

Auf einem oberirdischen Streckenabschnitt der Metro in der US-Hauptstadt gab es einen Zusammenstoß zweier Züge. Die Ursache der Zugkatastrophe war vorerst noch unbekannt. Experten der Verkehrssicherheitsbehörde nahmen die Ermittlungen auf.

Bilder der Katastrophe

U-Bahn-Züge kollidieren: Sechs Menschen sterben

Ein U-Bahn-Zug der “Roten Linie“ fuhr am Montag gegen 17.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ), mitten im Berufsverkehr, auf einen haltenden Zug auf. Jeder der beiden Züge in Richtung Innenstadt hatte sechs Wagen mit Platz für insgesamt jeweils 1.200 Fahrgäste. Ein Teil der Wagen wurde von der Wucht der Kollision aufgerissen, Sitze wurden auf die Gleise geschleudert. Zwischen den Bahnhöfen Fort Totten und Takoma Park im Nordosten der Stadt bot sich den Rettungskräften ein Bild der Verwüstung. Um eingeschlossene Fahrgäste zu bergen, mussten Leitern und Schneidbrenner eingesetzt werden, wie Feuerwehrsprecher Alan Etter mitteilte.

Die Arbeiten zogen sich weit in die Nacht zum Dienstag hinein. Mehr als 200 Feuerwehrleute aus Washington, Maryland und Virginia waren im Einsatz. Unter den Todesopfern ist auch die Zugführerin der U-Bahn, die auf den stehenden Zug auffuhr. Die Krankenschwester Jodie Wickett sagte dem Fernsehsender CNN, sie habe zum Zeitpunkt des Unglücks gerade eine SMS geschrieben. “Es geschah so schnell, ich flog aus dem Sitz und schlug mir den Kopf an.“ Dann sei sie vor Ort geblieben und habe versucht zu helfen. Viele Fahrgäste seien in sehr schlechter Verfassung. “Viele Leute waren aufgeregt und weinten.“

Ein anderer Augenzeuge, Jervis Bryant, berichtete, Passagiere in einigen der Waggons schlugen gegen die Scheiben, um sich ins Freie zu retten. Einigen sei dies schließlich auch gelungen. Bryant befand sich laut eigenen Angaben zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe. Er habe versucht, den eingeschlossenen Insassen zu helfen, sei aber nicht zu ihnen gelangt. “Es ist schrecklich, zusehen zu müssen und nicht helfen zu können“, sagte Bryant.

Obama dankt Einsatzkräften

US-Präsident Barack Obama sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus und dankte den Einsatzkräften. Mitarbeiter des Weißen Hauses seien in Verbindung mit dem Büro von Bürgermeister Adrian Fenty, um sich über die Situation zu unterrichten, erklärte die Regierung. Die Verkehrssicherheitsbehörde NTSB leitete Ermittlungen zur Ursache des Unglücks ein.

Der US-Nachrichtensender CCN zeigt ein Video von der Unfallstelle.

Metro-Chef John Catoe sagte, der erste Zug habe auf den Gleisen darauf gewartet, dass ein vor ihm eingesetzter Zug den Bahnhof verlasse. Dann fuhr plötzlich der zweite Zug von hinten auf. Dabei handelt es sich um einen der ältesten Züge der Washingtoner Metro.

Bisher gab es nur einmal ein Unglück mit Todesfolge in der 33-jährigen Geschichte der U-Bahn von Washington. Dabei kamen am 13. Januar 1982 drei Menschen ums Leben, als eine U-Bahn in einer Tunnelröhre entgleiste.

ap

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