Trotz Bedenken: Avandia soll auf dem Markt bleiben

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Ein Packung des Diabetesmittels Avandia des Herstellers GlaxoSmithKline.

Washington -  Ein Beratergermium hat der US-Gesundheitsbehörde FDA empfohlen, das wegen starker Herzinfarkt-Risiken umstrittene Diabetesmittel Avandia nicht vom Markt zu nehmen. Die Berater äußern aber Bedenken.

Es ist ein Sieg mit fadem Beigeschmack für den Pharmakonzern GlaxoSmithKline: Ein Beratergremium der US- Gesundheitsbehörde FDA hat sich am Mittwoch zwar nicht dazu durchringen können, ein Verbot für das umstrittene Diabetesmittel Avandia zu empfehlen. Aber die Experten äußerten starke Bedenken gegen das Medikament. Es steht im Ruf, Herzinfarkte zu begünstigen.

Das Gremium stellte in einer mehrstündigen Sitzung fest, dass Avandia gegenüber einem Konkurrenzprodukt größere Risiken aufweist. In der abschließenden Abstimmung reichte die Zahl der Stimmen für eine Verbotsempfehlung aber nicht aus. Die Experten forderten stattdessen Einschränkungen und stärkere Warnhinweise. Die FDA folgt üblicherweise dem Urteil.

“Patienten, die Avandia einnehmen, sollten mit ihrem Arzt über Behandlung sprechen und über alle Fragen, die sie zur Sicherheit des Medikaments haben mögen“, sagte GlaxoSmithKlines Chefmedizinerin Ellen Strahlman. Sie versprach einen offenen Umgang mit allen internen Forschungsergebnissen.

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GSK stellte sich im zweiten Quartal auf eine Milliardenzahlung ein. Der Konzern erwarte eine Belastung in Höhe von 1,6 Milliarden Pfund, hieß es am Donnerstag in London. Vor drei Jahren hatte die Studie die erhöhte Gefahr von Herzinfarkten beschrieben. Der Umsatz für das Mittel war danach massiv eingebrochen. 2009 lag er mit 771 Millionen britischen Pfund (923 Mio Euro) nicht einmal mehr bei der Hälfte dessen, was das Medikament vor dem Bekanntwerden der Risiken in die Kassen gespült hatte.

Noch viel schwerer als der Umsatzverlust wog die Furcht vor Schadenersatzklagen. An dieser Front hat GSK nach einem Bericht der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg nun etwas Klarheit schaffen können. Der Pharmakonzern kann demnach mit der Zahlung von 460 Millionen Dollar rund 10 000 Klagen auf einen Schlag beilegen. Insgesamt, so schätzen Analysten, sind 13 000 Klagen anhängig.

Der jetzt veranschlagte Betrag soll nicht nur Zahlungen im Zusammenhang mit Avandia abdecken, sondern auch für ältere rechtliche Auseinandersetzungen um das Antidepressivum Paxil verwendet werden sowie für Untersuchungen in einer Fabrik in Puerto Rico, teilte das Unternehmen mit.

dpa

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