Massenpanik in Shanghai

Falsches "Neujahrsgeld" löst Chaos aus - 36 Tote

+
Zu einer Massenpanik mit katastrophalen Folgen kam es bei einer öffentlichen Neujahrsfeier in Shanghai. 

Shanghai - Tragödie bei einer Silvesterfeier in Shanghai: Menschen stürzen, werden eingequetscht und niedergetrampelt. Das Chaos lösen nachgemachte Geldscheine aus, die von Häusern herabregnen.

Bei einer Massenpanik während der Silvesterfeiern in Shanghai sind mindestens 36 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden in der Menschenmenge im beliebten Touristenviertel Bund zudem mindestens 47 Menschen verletzt, darunter 13 schwer. Widersprüchliche Berichte gab es zum Auslöser der Panik. Einige Augenzeugen sagten, die Menschen hätten sich auf Dollarschein-artige Werbezettel gestürzt, andere machten Überfüllung für das Unglück verantwortlich.

Das Unglück ereignete sich kurz vor Mitternacht auf einer Treppe zu einer Uferpromenade. "Leute schrien, Frauen kreischten und die Leute begannen, von der Treppe zu springen um sich in Sicherheit zu bringen", sagte die Augenzeugin Sarah. "Zuerst war es ruhig, und dann fielen Leute auf der Treppe wie in einer Welle um und Menschen wurden niedergetrampelt."

Laut Berichten von Augenzeugen waren von einem Gebäude in der Nähe des Unglücksortes Flyer geworfen worden, die wie Dollarscheine aussahen. Andere Zeugen betonten, zwischen dem Gebäude und der Treppe, auf der sich die Massenpanik abspielte, liege eine breite Straße. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, laut Überwachungskameras seien die Geldschein-artigen Werbezettel erst nach der Massenpanik geworfen worden.

Laut dem Shanghaier Fernsehen untersuchen die Behörden den Werbezettel-Vorfall. Sie gingen jedoch davon aus, dass das Unglück dadurch ausgelöst wurde, dass Menschen auf der überfüllten Treppe ausgerutscht und gestürzt seien.

Ein ranghoher Polizeibeamter räumte auf der Nachrichten-Website Eastday ein, in diesem Jahr seien bei den Silvesterfeiern weniger Polizisten im Einsatz gewesen als bei vorangegangenen Veranstaltungen. Laut Xinhua wurden rund 500 Polizisten mobilisiert, als Überwachungskameras eine halbe Stunde vor Mitternacht zeigten, dass eine wichtige Verkehrsader Richtung Festort überfüllt war.

In einem ungewöhnlich kritischen Kommentar schrieb Xinhua, der Vorfall sei "ein Weckruf, dass die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt immer noch ein Entwicklungsland mit einem zerbrechlichen Gesellschafts-Management ist".

Tote und Verletzte bei Massenpanik in Shanghai

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

Herbstmarkt in der Syker Innenstadt

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

"Stolzer" Wagner bezwingt polternden Mourinho

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Regierungspartei gewinnt Wahl in Japan

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Einzelkritik: Pavlenka sicher, Bartels ganz schwach

Meistgelesene Artikel

Großmutter und Polizisten getötet: 25-Jähriger vor Gericht

Großmutter und Polizisten getötet: 25-Jähriger vor Gericht

Verheerende Waldbrände in Portugal - mehr als 30 Tote

Verheerende Waldbrände in Portugal - mehr als 30 Tote

Ex-Hurrikan „Ophelia“: Drei Todesopfer - Sturm zieht weiter nach Schottland

Ex-Hurrikan „Ophelia“: Drei Todesopfer - Sturm zieht weiter nach Schottland

Schiff vor den Philippinen gesunken - Passagiere trieben im Meer

Schiff vor den Philippinen gesunken - Passagiere trieben im Meer

Kommentare