Tote bei Anschlag in Garnisonsstadt Rawalpindi

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Vor drei Wochen hatten Aufständische das Hauptquartier der Armee in Rawalpindi nördlich der Hauptstadt Islamabad angegriffen und Geiseln genommen (Archivfoto vom 11. Oktober 2009).

Islamabad - Bei einem erneuten schweren Anschlag in Pakistan sind am Montag in der Garnisonsstadt Rawalpindi mindestens 30 Menschen getötet worden.

Wie Rawalpindis Polizeichef Aslam Tarin weiter sagte, wurden zudem 45 Menschen verletzt. Ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad habe sich vor einer staatlichen Bank in die Luft gesprengt, bei der Regierungsangestellte und Angehörige der Sicherheitskräfte zu dem Zeitpunkt ihr Gehalt abholten. Der Tatort liegt wenige hundert Meter vom Armee-Hauptquartier der südasiatischen Atommacht entfernt, das erst vor drei Wochen Ziel eines Taliban-Angriffs war.

Ein Sprecher der Rettungsdienste gab die Zahl der Toten mit mindestens 34 an. Polizeichef Tarin sagte, die meisten Opfer seien Angehörige der Sicherheitskräfte. Der Angreifer habe zunächst eine Handgranate auf die Schlange stehenden Menschen vor der Bank geworfen und dann den Sprengstoff gezündet, der anscheinend in seinem Motorrad versteckt gewesen sei. Bei der Detonation seien ein in der Nähe liegendes Hotel sowie mehrere Autos beschädigt worden, die an einer Ampel warteten. Ein Augenzeuge namens Shaukat Ali sagte: “Als ich den Ort erreichte, lagen überall Tote und Verwundete. Manche Leichen hatten keine Köpfe, anderen fehlten die Beine. Menschen deckten Frauen zu, deren Kleider bei der Explosion verbrannt worden waren.“

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Beim schwersten Anschlag seit zwei Jahren in Pakistan waren am vergangenen Mittwoch in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar mehr als 110 Menschen getötet worden. Am selben Tag hatte US-Außenministerin Hillary Clinton ihren Pakistan-Besuch in der Hauptstadt Islamabad begonnen. Am 10. Oktober hatten Aufständische das Hauptquartier der Armee in Rawalpindi nahe Islamabad angegriffen und Geiseln genommen. 23 Menschen waren getötet worden, darunter die zehn Angreifer. Eine Woche später hatte die Armee eine Offensive gegen die Taliban in den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze begonnen. Im Gegenzug hatten die Aufständischen ihre Anschläge im Land weiter verschärft. Nach Angaben der Streitkräfte wurden bei der Offensive bislang mehr als 330 Taliban-Kämpfer und mindestens 36 Soldaten getötet.Wegen der eskalierenden Gewalt ziehen die Vereinten Nationen einen Teil ihres internationalen Personals aus dem Nordwesten Pakistans ab. Die UN teilten mit, betroffen seien alle ausländischen Mitarbeiter in der Nordwest-Grenzprovinz und den Stammesgebieten, die nicht für Nothilfe, humanitäre Hilfe, Sicherheitsoperationen oder andere “essenzielle“ Aufgaben benötigt würden.

Der Schutz der verbleibenden Mitarbeiter werde verstärkt. Planungen für künftige Programme, die bei einer verbesserten Sicherheitslage umgesetzt werden sollen, würden fortgesetzt. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon habe den Schritt angeordnet. Die UN machten keine Angaben dazu, wie viele ihrer Mitarbeiter aus dem Krisengebiet abgezogen würden. Die pakistanische Regierung lobte insgesamt fünf Millionen Dollar Kopfgeld auf die Führung der pakistanischen Taliban-Bewegung (TTP) aus. In Zeitungsanzeigen der Regierung hieß es am Montag, für Hinweise, die zur Festnahme oder zum Tod von TTP-Chef Hakimullah Mehsud und zwei weiterer hochrangiger Kader führten, würden jeweils 600 000 Dollar (408 000 Euro) bezahlt. Auf 16 weitere Anführer der Aufständischen wurden Kopfgelder zwischen 119 500 Dollar und 239 000 Dollar ausgelobt. “Helfen Sie der Regierung, sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen“, stand in den Anzeigen. In Anlehnung an den Koran trugen sie die Überschrift: “Und verbreite kein Chaos im Land.“

dpa

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