Todesangst: "Arctic Sea"-Experte flüchtet ins Ausland

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Ins Ausland geflohen: Marineexperte Michail Wojtenko.

Moskau - Nach Spekulationen um möglichen Waffenschmuggel auf dem finnischer Frachter “Arctic Sea“ hat ein russischer Marineexperte aus Angst vor einem Mordanschlag sein Land verlassen.

“Freunde haben mich gewarnt, dass sich einflussreiche Menschen an mir rächen wollen“, sagte Michail Wojtenko am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. Er sei daraufhin sofort in die Türkei geflogen. “Man hat mir empfohlen, mich drei, vier Monate etwas weiter von Russland entfernt aufzuhalten“, sagte der Betreiber einer Internetseite. Wojtenko hatte in dem mysteriösen Fall wiederholt die offizielle Version angezweifelt, laut der die “Arctic Sea“ von Piraten gekapert wurde und nur Holz an Bord hatte.

Wojtenko: „Riecht nach Geheimdienst-Operation“

“Die ganze Geschichte riecht nach einer Geheimdienst-Operation“, meint der 51-Jährige. Wojtenko verfolgt als Herausgeber des Seeinformationsdienstes des russischen Frachtunternehmens “Sowfracht“ den Fall wie kaum ein anderer. Die “Arctic Sea“ war Mitte August von russischen Kriegsschiffen vor Westafrika aufgegriffen worden, nachdem sie drei Wochen offiziell als vermisst gegolten hatte. Acht mutmaßliche Piraten und elf russische Seeleute wurden nach Moskau geflogen. Militärexperten vermuten, dass an Bord Marschflugkörper aus sowjetischer Produktion geschmuggelt worden sein könnten.

Außenministerium weist Spekulationen zurück

Das russische Außenministerium wies die Spekulationen erneut zurück. Die Behörden in Moskau handelten “transparent und im völligen Einklang mit internationalen Gesetzen“, sagte Außenamtssprecher Andrej Nesterenko am Donnerstag. Nach Angaben des Unternehmens “Sowfracht“ hat sich erstmals der Kapitän des Schiffes wieder gemeldet, das derzeit von der russischen Kriegsmarine in den Schwarzmeerhafen Noworossijsk geschleppt wird. Der Seemann habe per Mobiltelefon kurz mitgeteilt, dass es ihm und drei weiteren russischen Seeleuten an Bord gut gehe, sagte ein “Sowfracht“- Sprecher. Die anderen elf Besatzungsmitglieder sind inzwischen wieder bei ihren Familien.

dpa

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