Zwölf Jahre danach kommt alles raus

Tochter tötet Vater, nachdem sie in einer Schachtel verstörende Fotos findet

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Nach 12 Jahren deckt eine Britin auf, ihren Vater getötet und vergraben zu haben (Symbolbild)

Eine 51-jährige Frau findet nach der Gartenarbeit eine Box mit Fotos auf dem Esstisch. Darauf zu sehen: Verstörende Kinderfotos von ihr. Dann sieht sie rot.

Reddish/Manchester - In einem ganz normalen Vorort in Manchester war zwölf Jahre lang ein Geheimnis begraben. Barbara Coombes hatte dort 2006 ihren Vater mit einer Schaufel getötet und ihn im Garten vergraben. Zwölf Jahre später geht sie auf eine Polizeidienststelle und gesteht das Verbrechen. Was war geschehen?

Kinderpornografische Fotos

Die damals 51-jährige Barbara Coombes gärtnerte 2006 auf dem Grundstück ihres Vaters in Reddish. Als sie zurück ins Haus geht, findet sie eine Schachtel mit Fotos auf dem Esstisch. Sie öffnet die Kiste - ihr stockt der Atem. Kinderpornografische Fotos von ihr als kleines Mädchen und anderen Minderjährigen, befanden sich laut ihren Aussagen darin.

Erinnerungen kamen wieder hoch

Während sie die Bilder durchblättert, sei alles wieder hochgekommen: Der jahrzehntelange Missbrauch von ihrem Vater an ihr, unzählige Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe. Sie ahnt, sie war nicht das einzige Opfer. Plötzlich kam es ihr vor, als wäre „eine schwarze Wolke“ über ihr, so erzählt Coombes es später der Polizei. Sie griff zur Schaufel und schlug auf den Hinterkopf ihres damals 87-jährigen Vaters. Schließlich benutzte sie die scharfe Spitze der Schaufel und schlitzte ihm die Kehle auf, woraufhin er verblutete.

Mehr als 200.000 Euro erschlichen

Nach dem Verbrechen handelte sie kaltblütig. Coombes wickelte ihren Vater in einem Teppich und vergrub ihn im Garten. Angehörigen und Freunde erzählte sie, ihr Vater sei gestorben und das Krankenhaus hätte sich um seine Bestattung gekümmert, schreibt dieWashington Post. Die Nachbarn dachten, er sei weggezogen. Den Behörden sagte sie einfach gar nichts und erschlich so über die Jahre mit Pensionen und Zuschüssen mehr als 200.000 Euro. 

Das Netz um Barbara Coombes zog sich immer enger

Bis schließlich die Fragen um ihren Vater doch noch laut wurden. Die Hausverwaltung drängte schließlich darauf, den Mann zu sehen, der mittlerweile fast 100 Jahre alt sein müsste. Ein Tag vor dem mit Druck vereinbarten Termin, stellt sich Barbara der Polizei. Die entdecken die Leiche von Coombes Vater schließlich auf dessen Grundstück im Garten. 

Anwalt: Sie ist das eigentliche Opfer

Vor Gericht plädierte der Anwalt der 63-Jährigen auf „nicht schuldig“. Sie sei das eigentliche Opfer - jahrelang sei sie hunderte Male von ihrem Vater vergewaltigt worden sein, zitiert ihn der Guardian. Auch als sie die 50 schon überschritten hatte, habe ihr Vater ihr noch an die Brüste gefasst. 

Immer mehr traurige Details bringt der Anwalt von Barbara Coombes ans Licht: Mehrfach habe sie in ihrer Jugend versucht, sich das Leben zu nehmen. Auch ihr erstes Kind, das kurz nach der Geburt gestorben ist, sei möglicherweise von ihrem Vater gewesen. 

Neun Jahre Haft

Richter Timothy King ließ die Taktik des Verteidigers nicht gelten, wonach Barbara C. aus Notwehr gehandelt habe. Die Tötung ihres Vaters sei keine Selbstverteidigung gewesen, erklärte er im Prozess und hätten die Umstände sie nicht zu dem Geständnis gezwungen, davon ist der Richter überzeugt, hätte die 63-Jährige noch länger geschwiegen. Am Ende wurde sie zwar nicht wegen Mordes verurteilt, aber wegen Totschlags zu neun Jahren Haft. Die verminderte Zurechnungsfähigkeit aufgrund ihres Kindheitstraumas wirkte sich jedoch strafmildernd aus.

Lesen Sie auch: Junge vergewaltigt: Mutter und Partner droht lange Haft.

rm

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