Terrorfracht in Luftpost: Angst vor neuer Bedrohung

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Eines der Flugzeuge, mit dem die Paketbomben transportert wurden.

Washington/London -Erst war von Sprengstoff-Attrappen die Rede. Doch die Terrorfracht, die per Luftpost in die USA sollte, war echt und anscheinend höchst gefährlich. Jetzt steigt die Angst vor einer neuen Art von Bedrohung aus der Luft.

Die vereitelten Anschläge mit Luftpostpaketen auf Ziele in den USA haben die Sicherheitskontrollen im Frachtverkehr ins Visier der Terrorfahnder gebracht. In den USA verschärfte Präsident Barack Obama die Maßnahmen, in Großbritannien werden sie nach Angaben von Innenministerin Theresa May überprüft. Nach US-Medienberichten wurden die Pakete aus dem Jemen nur durch einen Hinweis des saudi-arabischen Geheimdienstes entdeckt und nicht, weil die regulären Sicherheitschecks wirksam waren.

In Deutschland sehen die Sicherheitsbehörden zunächst keinen Anlass zu schärferen Kontrollen. Das Sicherheitsniveau in Deutschland sei ohnehin sehr hoch, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam am Samstag der dpa. Deutsche Behörden stünden in engem Kontakt mit den Sicherheitsdiensten anderer Länder. In Frankfurt bestätigte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, dass keine Anweisung ergangen sei, Luftfracht und Luftpost schärfer zu überwachen.

Unterdessen gingen die Terrorismus-Ermittlungen weiter, sie konzentrieren sich vor allem auf die Frage, ob es sich um ein großangelegtes Komplott handelt. Vermutungen verstärkten sich, dass die Anschlagversuche auf das Konto eines zunehmend gefährlichen Al- Kaida-Zweiges im Jemen gehen.

Nach Medienberichten stellte sich bei Tests heraus, dass die in Dubai und England abgefangenen Paketbomben den Sprengstoff PETN enthielten. Den gleichen Sprengstoff wollte auch der sogenannte “Unterhosenbomber“ Omar Farouk Abdulmutallab bei seinem - gescheiterten- Versuch zünden, an Weihnachten 2009 ein Passagierflugzeug über Detroit in die Luft zu jagen. Abdulmutallab hatte nach Angaben der US-Behörden Verbindungen zur Al-Kaida im Jemen.

Wie weiter bekannt wurde, waren beide Päckchen an Synagogen in Chicago gerichtet. Jüdische Einrichtungen in allen Teilen der USA verstärkten ihre Schutzmaßnahmen. Die Regierung in London bestätigte nach einem Bericht des US-Senders CNN, dass die in England gefundene Bombe voll funktionsfähig war und möglicherweise bereits während des Flugs hätte explodieren können. Im Jemen wurde am Samstag die Suche nach möglichen weiteren verdächtigen Paketsendungen fortgesetzt.

Das erste Päckchen war am Freitag in Dubai sichergestellt worden, das zweite dann nach einer großangelegten Suche auf dem britischen Flughafen East Midlands bei Nottingham. Beide enthielten zu Bomben umfunktionierte Druckerpatronen. Bei einem der Sprengsätze soll ein Anschluss für ein Mobiltelefon, das als Zünder gedacht gewesen sein könnte, gefunden worden sein.

Am Freitag hatte vieles zunächst auf falschen Alarm hingedeutet. Es war von Bombenattrappen, später von einem Testlauf für einen echten Terroranschlag die Rede gewesen. Obama sagte dann aber wenig später, die Pakete beinhalteten “anscheinend explosives Material“. Er sprach von einer “glaubhaften terroristischen Bedrohung“. Kurz darauf gab May bekannt, dass in dem in Großbritannien aufgetauchten Paket explosives Material gefunden worden sei. London stoppte am Abend zunächst alle Direktflüge vom Jemen nach Großbritannien.

Das arabische Land ist in den vergangenen Monaten zunehmend ins Visier internationaler Terrorfahnder geraten. Obama habe mit dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh telefoniert, der den USA seine volle Unterstützung zugesagt habe, hieß es.

Nach dem Fund waren in den USA Dutzende Frachtflugzeuge der Gesellschaften UPS, DHL und FedEx untersucht worden. In Philadelphia und Newark bei New York wurden insgesamt drei Cargomaschinen auf abgelegene Parkpositionen gezogen, um die Fracht zu durchsuchen. Ein UPS-Lastwagen wurde ebenfalls gestoppt und durchsucht.

dpa

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