UN: Tausende fliehen aus Elfenbeinküste

Abidjan - Nach den gewaltsamen Unruhen bei der umstrittenen Präsidentschaftswahl in der Elfenbeinküste haben laut des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) Tausende Menschen das Land verlassen.

14.000 Menschen hätten im Osten Liberias Zuflucht gefunden, teilte das in Genf ansässige UNHCR am Samstag mit. Bei den Flüchtlingen handelt es sich demnach mehrheitlich um Frauen und Kinder.

Die wachsende Zahl der Neuankömmlinge und die daraus resultierenden Belastungen für die örtlichen Dorfgemeinschaften in Liberia erhöhe die allgemeine humanitäre Not, hieß es weiter. Trotz Bemühungen von Hilfsorganisationen und der liberianischen Regierung sei zunehmende Lebensmittelknappheit festgestellt worden.

Unterdessen hat die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) dem offiziell unterlegenen Staatschef der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo mit einem Sturz gedroht, sollte er sein Amt nicht freiwillig an den Sieger der Präsidentschaftswahl, Alassane Ouattara, abgeben. Die Regionalgemeinschaft dränge Laurent Gbagbo ultimativ zur Aufgabe und werde wenn nötig auch “legitime Gewalt“ anwenden, erklärte ECOWAS-Präsident James Gbeho nach einem Krisengipfel in Nigeria.

Gbagbo hält trotz internationalen Drucks an seinem Amt fest und hat damit Ängste vor einen neuen gewaltsamen Konflikt geschürt. Unruhen nach der Präsidentenwahl haben nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mindestens 173 Menschen das Leben gekostet, deutlich mehr als bisher angenommen.

Outtara verurteilte die jüngsten Gewaltausbrüche in seiner Heimat. Vielerorts seien schwerwiegende Menschenrechtsverstöße verzeichnet worden, sagte er am Freitag in einer Rede in dem Hotel, in dem er und seine Anhänger nach der Wahl Quartier bezogen haben. Er werde alles tun, damit sich solche Gräueltaten nicht wiederholten. Zugleich rief er die Streitkräfte und die UN auf, für den Schutz der Zivilbevölkerung zu sorgen.

dapd

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