Syrien: Tausende protestieren - 16 erschossen

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Landesweit zogen tausende Menschen in Syrien nach den Freitagsgebeten auf die Straßen.

Beirut - Syrische Sicherheitskräfte haben ihr hartes Vorgehen gegen Regimegegner am Freitag fortgesetzt und nach Angaben von Aktivsten mindestens 16 Demonstranten getötet.

Landesweit zogen tausende Menschen nach den Freitagsgebeten auf die Straßen, um das Ende des Regimes von Präsident Baschar Assad zu fordern. Die landesweiten Demonstrationen fanden unter dem Motto “Tag des Saleh al Ali“ statt, benannt nach einem alawitischen Führer, der im 20. Jahrhundert einen Aufstand gegen die französischen Kolonialherren anführte.

Aus zahlreichen Städten Syriens wurden am Freitag Demonstrationen gegen das Regime gemeldet. Allein in den nordöstlichen Städten Amuda und Kamischli protestierten am Freitag rund 2.000 Menschen, wie das Örtliche Koordinationskomitee mitteilte. Aktivisten berichteten, im Zentrum des südlichen Dorfes Dael, wo ein Protest stattgefunden habe, seien Schüsse zu hören gewesen.

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind seit Beginn der Unruhen im März mehr als 1.400 Syrer ums Leben gekommen und rund 10.000 Menschen festgenommen worden.

Truppen bringen weitere Stadt unter ihre Kontrolle

Unterdessen brachten syrische Truppen nach Angaben von Aktivisten die Stadt Maaret al Numan im Nordwesten des Landes unter ihre Kontrolle. Zahlreiche Soldaten seien in die 100.000 Einwohner zählende Stadt rund 45 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt eingerückt, sagte der Menschenrechtsaktivist Mustafa Osso der Nachrichtenagentur AP.

Auch in der Gegend um die südlich gelegene Stadt Chan Scheichon hätten die Streitkräfte Verbände zusammen gezogen. Über Tote in Maaret al Numan war am Freitag zunächst nichts bekannt. Viele Einwohner flohen bereits in der vergangenen Woche vor den militärischen Operationen in der Provinz Idlib in der Nähe der türkischen Grenze.

Inzwischen haben rund 9.600 Syrer Zuflucht in der Türkei gesucht. Hollywoodstar und UN-Sonderbotschafterin Angelina Jolie reiste am Freitag in das türkisch-syrische Grenzgebiet, um sich mit syrischen Flüchtlingen zu treffen.

Offenbar auch Polizisten angegriffen

Die syrische Regierung macht bewaffnete Banden und ausländische Verschwörer für seit Mitte März andauernden Unruhen im Land verantwortlich. Das syrische Staatsfernsehen berichtete am Freitag, ein Polizist sei getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden, als “bewaffnete Gruppen“ das Feuer auf sie eröffnet hätten. Sechs weitere Beamte seien in Deir al Sur verletzt worden, als Bewaffnete eine Polizeistelle in der Gegend angriffen, hieß es.

Unterdessen kam im Libanon ein ranghohes Mitglied einer der syrischen Regierung nahestehenden Partei ums Leben. Bewaffnete hätten im Norden des Landes das Feuer eröffnet und eine Granate geworfen, während sich in der Nähe hunderte Menschen zu einem Protest gegen Assad aufhielten, hieß es aus Sicherheitskreisen in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

EU plant neue Sanktionen gegen syrische Unternehmen

Die EU bereitet nach Angaben des französischen Außenministeriums erweiterte Sanktionen gegen syrische Unternehmen vor. Damit reagiere man auf die blutige Niederschlagung von Protesten in dem Land durch das Regime von Präsident Assad, sagte Ministeriumssprecher Bernard Valero am Freitag.

Mit der Erweiterung der Sanktionen setze die EU ihr im vergangenen Monat begonnenes Vorgehen fort, bei dem sie bereits Konten Assads und neun anderer Mitglieder des Regimes gesperrt, sowie Einreiseverbote gegen sie verhängt hatte, sagte Valero. Nun wolle man die wirtschaftlichen Aktivitäten Syriens ins Visier nehmen.

dapd 

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