Nach Hai-Attacke

Surf-Profi Fanning will trotz Hai-Attacke weitermachen

Sydney - Trotz seiner spektakulären Begegnung mit einem Hai will der australische Surf-Profi Mick Fanning wieder auf sein Board zurückkehren. Dass der Hai nicht zugebissen hatte bezeichnet er als "ein Wunder".

"Das Surfen hat mir über die schwersten Momente meines Lebens hinweg geholfen - ihm jetzt den Rücken zu kehren, fühlt sich einfach nicht richtig an", sagte der 34-Jährige am Dienstag vor Journalisten in Sydney nach seiner Rückkehr aus Südafrika. Dort war er am Sonntag während eines vom Fernsehen live übertragenen Wettkampfs von einem Weißen Hai oder Bullenhai angegriffen worden.

Obwohl er den Angriff kaltblütig abgewehrt hatte und unverletzt geblieben war, steht Fanning nach eigenen Angaben unter schwerem Schock. Ihn zu überwinden, werde "wahrscheinlich Wochen, wenn nicht Monate dauern", sagte der dreifache Surf-Champion. Kurz nach dem Angriff hatte er noch angedeutet, dass er mit dem Surf-Sport aufhören könnte. Nun schloss er sogar eine Rückkehr an den Unglücksort Jeffreys Bay nicht mehr aus.

Dass der den Angriff unverletzt überlebte, bezeichnete er als ein „Wunder“. „Ich weiß nicht, warum er nicht zugebissen hat“, sagte Fanning am Dienstag nach seiner Rückkehr am Flughafen von Sydney. Er habe gesehen, wie die Haiflosse auf ihn zugekommen sei und unter Wasser wahrgenommen, wie sich der Fisch auf die Seite gedreht habe, so wie Haie es vor dem Zubeißen täten. „Ich befand mich obenauf und habe versucht, das Brett zwischen uns zu bekommen.“

Nachdem der Hai die Verbindungsleine zwischen ihm und dem Surfbrett durchtrennt hatte, war Fanning verzweifelt in Richtung Küste geschwommen. „Als mein Brett weg war, dachte ich: Das war's. Ich habe nur gewartet, dass es jetzt passiert."

Fannings unheimliche Begegnung sorgte weltweit für Schlagzeilen. Tausende verfolgten den Angriff am Strand und vor dem Fernseher mit, Aufnahmen auf dem Videoportal YouTube wurden fast 13,5 Millionen Mal angeklickt. Selbst Hollywood-Star Russell Crowe beschrieb auf Twitter, wie sein Herz beim Anblick der markanten Rückenflosse hinter Fannings Board zu rasen begann.

Neben Mick Fanning feierte Australien am Dienstag einen weiteren Helden: Julian Wilson, der bei dem Finale der Surfmeisterschaft seinem Freund und Rivalen zu Hilfe kommen wollte, statt mit seinem Brett ans rettende Ufer zu paddeln. Wilson habe sich wie ein "echter Krieger" verhalten, lobte Fanning.

Die Regierungschefin des australischen Bundesstaats Queensland, Annastacia Palaszczuk, schlug den 26-Jährigen bereits für einen Preis für besonderen Mut vor. Wilson selbst wehrte alles Lob ab. Als er den Kampf seines Freundes mit dem Hai sah, habe er ganz instinktiv gehandelt, sagte er auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Fanning.

Dieser stellte gleich darauf unter Beweis, dass er trotz des Dramas seinen Humor nicht verloren hat. Auf die Frage, ob er eine Botschaft für seinen Angreifer habe, antwortete er trocken: "Danke, dass Du mich nicht gefressen hast".

dpa/AFP

Rubriklistenbild: © AFP

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