Suchoperation Airbus: Keine Spur von Passagieren

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Ein Crewmitglied eines französischen Militärflugzeugs sucht auf dem Radar nach Spuren des verschwundenen Airbus.

São Paulo - Trotz intensiver Suche gibt es bislang keine Spur von den 228 Insassen der im Atlantik abgestürzten Air-France-Maschine.

Die brasilianische Luftwaffe ortete zwar neue Wrackteile sowie eine lange Ölspur in dem Absturzgebiet etwa 1200 Kilometer nordöstlich von Brasiliens Festlandküste. “Es wurden (aber) keine Leichen und Überlebenden gefunden“, sagte Verteidigungsminister Nelson Jobim am Mittwochabend (Ortszeit) in Brasília. Es gilt drei Tage nach dem Absturz des Airbus als nahezu unmöglich, dass jemand das Unglück überlebte.

Trauerfeier für die Opfer des Absturzes

Bilder von der Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes

Im Laufe des Donnerstags werden weitere Schiffe der Marine in dem Seegebiet erwartet. Sie sollen eine Zone mit einem Radius von 230 Kilometer durchkämmen, die sich in der Nähe der Sankt-Peter-und-Pauls-Felsen, einer winzigen, kahlen und unbewohnten Inselgruppe im Atlantik, befindet. “Es gibt keinerlei Zweifel, dass die Absturzstelle an diesem Ort ist“, sagte Jobim. Die Suche gestaltet sich erwartungsgemäß schwierig. Die am Dienstag auf fünf Kilometer Länge gesichteten Trümmer seien durch die Meeresströmung bereits weiter getrieben worden.

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Durch die im Atlantik entdeckten Ölspuren der abgestürzten Maschine kann nach Einschätzung Jobims eine Explosion an Bord des Airbus möglicherweise ausgeschlossen werden. “Wenn es Ölspuren gibt, dann deshalb, weil das Öl nicht verbrannt wurde“, sagte er. Dadurch lasse sich eventuell eine Explosion ausschließen.

Die Luftwaffe hatte am Mittwoch unter anderem ein Wrackteil mit einem Durchmesser von etwa sieben Metern entdeckt, das möglicherweise zu einer Tragfläche des Flugzeuges gehört. Die Absturzursache ist weiter völlig unklar. Die französischen Behörden warnten vor Spekulationen.

Nach Informationen des Hamburger Luftfahrtexperten Heinrich Großbongardt sandte die Maschine vor dem Absturz eine ganze Reihe von Alarmmeldungen an die Air-France-Zentrale. Um 4.10 Uhr deutscher Zeit am Montagmorgen habe das System gemeldet, die Crew habe den Autopiloten abgeschaltet, um das Flugzeug von Hand zu steuern, sagte Großbongardt der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er bezog sich auf Informationen der Air France, die derzeit in Expertenkreisen erörtert würden.

“Dann gab es zwei bis drei Minuten lang eine Flut von Fehlermeldungen: Das Navigationsgerät fiel aus, die Bordbildschirme wurden schwarz und anderes.“ Die letzte Information kam demnach um 4.14 Uhr: “Der Kabinendruck fiel ab. Das war die letzte Meldung, die vom Flugzeug automatisch über Satellit an die Unternehmenszentrale gefunkt wurde“, sagte Großbongardt. Somit habe sich die gefährliche Lage binnen Minuten zugespitzt.

Dieses Szenario spreche auch gegen Spekulationen über einen Bombenanschlag. Vier Minuten vom Abschalten des Autopiloten bis zum Abfall des Kabinendrucks seien “dann doch eine eher lange Zeit. Das zeigt, dass die Piloten versucht haben, das Problem in den Griff zu bekommen.“ Einen Gewitterblitz als Ursache schloss er ebenfalls aus: “Ein Blitzschlag holt kein Flugzeug dieser Größe vom Himmel.“

Der Airbus vom Typ A330-200 war am Pfingstmontag auf dem Weg von Rio nach Paris abgestürzt. Die 228 Menschen an Bord kamen aus 32 Ländern, unter ihnen waren 72 Franzosen, 59 Brasilianer und 26 Deutsche.

dpa

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