Nach Vergewaltigungsserie

Indien empört über "Frauenrevolver"

Neu Delhi - Ein speziell für Frauen entworfener Revolver, der sie vor Vergewaltigungen schützen soll, sorgt in Indien für Empörung: Die Behörden hätten gar nichts begriffen, sagen Frauenrechtlerinnen.

Ein speziell für Frauen entworfener Revolver hat in Indien für Empörung gesorgt. Der kleine und leichte Sechs-Schuss-Revolver des Kalibers .32 der staatlichen Waffenfabrik IOF zeige, dass die Behörden nicht begriffen hätten, wie Frauen zu schützen seien, sagte die Frauenrechtlerin Binalakhsmi Nepram am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. "Die Erfahrung zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit zwölf Mal größer ist, erschossen zu werden, wenn man bei einem Überfall eine Waffe trägt", sagte Nepram.

Für besonderen Ärger sorgte, dass der Revolver im Gedenken an ein prominentes Vergewaltigungsopfer "Nirbheek" genannt worden war. Dies bedeutet auf Hindi "furchtlos" und bezieht sich auf eine 23-Jährige Studentin, die in einem Bus der Hauptstadt Neu Delhi im Dezember 2012 brutal vergewaltigt und so schwer misshandelt worden war, dass sie später starb. Sie war von den Medien "Nirbhaya" (Die Furchtlose) getauft worden, da ihr echter Namen aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden durfte.

Der Name des Revolvers sei "wirklich eine Beleidigung für die Erinnerung an Nirbhaya", sagte Nepram. Der Revolver sei auch eine Bankrotterklärung der Regierung, die gescheitert sei, die Frauen zu schützen. "Frauen zu bewaffnen, ist keine verantwortungsvolle Weise, ihre Sicherheit zu gewährleisten", sagte Nepram. Die Vergewaltigung von "Nirbhaya" hatte eine heftige Debatte über die Behandlung von Frauen in Indien ausgelöst und die Regierung gezwungen, die Strafen für Vergewaltigung deutlich zu verschärfen.

Rubriklistenbild: © AFP

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