Studie zeigt: Darunter leiden unsere Lehrer

+
Ein Lehrer unterrichtet an einer elektronischen Tafel.

Berlin - Ungezogene Schüler und desinteressierte Kollegen und Vorgesetzte machen den Lehrern am meisten zu schaffen. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Studie hervor.

Diese basiert auf Umfragen unter Pädagogen in 23 Ländern.

Der TALIS-Bericht der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist eine Ergänzung zur PISA-Studie und stellt zum ersten Mal international vergleichbare Daten über die Arbeitsbedingungen an Schulen zur Verfügung. Deutschland hat sich allerdings, ebenso wie die USA und Frankreich, nicht an dem Projekt beteiligt. Grund sei, dass bei TALIS nicht die Leistung von Lehrerinnen und Lehrern bewertet würden und die Daten ausschließlich auf Selbstauskünften beruhten, erklärte das Sekretariat der Kultusministerkonferenz.

Die wichtigsten Resultate von TALIS:

Drei von vier Lehrern vermissen Anreize, um ihren Unterricht zu verbessern, und in drei von fünf Schulen stört das schlechte Benehmen der Schüler die Wissenvermittlung.

Etwa 13 Prozent der eigentlichen Unterrichtszeit gingen verloren, weil die Pädagogen für Ruhe im Klassenzimmer sorgen müssten, heißt es in dem in Brüssel und Berlin vorgestellten Bericht. Zudem werde der Unterricht vor allem durch Schwänzen, Verspätungen, Fluchen und Beleidigungen der Schüler behindert.

Besonders besorgt sind die Autoren von der OECD über das mangelnde Feedback, über das die Kollegen klagten: “Lehrer, die von Kollegen und Vorgesetzten Anerkennung erhalten, sind motivierter und besser“, sagte Aart de Guis von der OECD. Doch 45 Prozent der spanischen und 55 Prozent der italienischen Pädagogen gaben an, keinerlei Rückmeldung über ihre Arbeit zu erhalten. Umgekehrt bemängelten drei von vier Lehrern, dass schlechte Kollegen nicht entlassen oder versetzt würden.

„Entfaltung von Vielfalt statt Uniformität“

Die OECD, die bei der Studie von der EU-Kommission unterstützt wurde, fordert deswegen die Einführung von systematischen Beurteilungssystemen. Gegen mangelnde Disziplin empfehlen die Experten neben kleineren Klassen eine klare Struktur des Unterrichts, um das Interesse der Schüler zu erhöhen. “An die Stelle von Uniformität muss Entfaltung von Vielfalt und eine Individualisierung von Lehren und Lernen treten“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

Die Bildungspolitik müsse den Lehrenden mehr Spielraum zur Entfaltung lassen, und der Fokus mehr auf gerechte Bildungsergebnisse gelegt werden. Der Generalsekretär betonte außerdem, wie wichtig gute Lehrkräfte für eine erfolgreiche Bildungspolitik seien.

An der Studie haben teilgenommen: Australien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Island, Irland, Italien, Litauen, Malaysia, Malta, Mexiko, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südkorea, Türkei und Ungarn.

AP

Mehr als 90 Tote infolge von Unwettern in Sri Lanka

Mehr als 90 Tote infolge von Unwettern in Sri Lanka

Merkel zum Incirlik-Abzug: "Dann gehen wir da raus"

Merkel zum Incirlik-Abzug: "Dann gehen wir da raus"

21. Westerholzer Flohmarkt

21. Westerholzer Flohmarkt

Vatertag auf dem Weyher Marktplatz

Vatertag auf dem Weyher Marktplatz

Meistgelesene Artikel

Rätsel bei Google Maps: Liegt da ein Airbus im Main?

Rätsel bei Google Maps: Liegt da ein Airbus im Main?

Fahrer vom Times Square stand möglicherweise unter Drogeneinfluss

Fahrer vom Times Square stand möglicherweise unter Drogeneinfluss

Mutiges Selfie: So etwas würden sich nur wenige Frauen trauen

Mutiges Selfie: So etwas würden sich nur wenige Frauen trauen

Erschossener Elefant fällt um - und tötet Jäger

Erschossener Elefant fällt um - und tötet Jäger

Kommentare