Studie: Nickerchen nach dem Lernen gut für Kleinkind-Gedächtnis

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Für den guten Rat "Schlaf mal drüber" gibt es sogar wissenschaftliche Belege. Das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Babys. Foto: Patrick Pleul/Symbol

Bochum (dpa) - Ein Nickerchen nach dem Lernen festigt einer Studie zufolge bei Kleinkindern das Langzeitgedächtnis. Erinnerungen an Fakten und Ereignisse werden besser abgespeichert, wenn das Kind nach einer lehrreichen Erfahrung schläft.

Das fanden Forscherinnen aus Bochum und dem britischen Sheffield heraus. Die Psychologinnen besuchten mehr als 200 Babys Zuhause und untersuchten das Erinnerungsvermögen der Kinder mit einem Handpuppentest. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in den "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

"Dass der Rat "Schlaf mal drüber" bei Erwachsenen funktioniert, das ist bereits wissenschaftlich gut belegt", sagte die Entwicklungspsychologin Sabine Seehagen von der Ruhr-Universität Bochum, die die Studie leitete. Auch bei Schulkindern wurde das Phänomen bereits untersucht. "Weil kleine Kinder viel lernen und erinnern und auch viel schlafen, haben wir uns Babys im Alter von sechs bis zwölf Monaten angeschaut."

Die Forscherinnen spielten den Kindern aus Bochum und Umgebung bei einem ersten Besuch mit einer Handpuppe bestimmte Handlungen vor. Beim nächsten Treffen beobachteten sie, welche dieser Handlungen das Kind nachzuahmen versuchte, als es die Handpuppe erneut sah. Ein Teil der kleinen Probanden hatte innerhalb von vier Stunden nach dem Puppenspiel mindestens eine halbe Stunde am Stück geschlafen, die anderen waren wach geblieben oder nur ganz kurz eingenickt.

Eine Kontrollgruppe von Kindern bekam beim ersten Besuch keine Handlungen zu sehen; somit konnte getestet werden, wie die Kinder spontan reagierten, wenn sie die Puppe sahen.

Die Kleinkinder mit Schlaf machten signifikant mehr Handlungen nach als Kinder in der Kontrollgruppe, wie die Psychologinnen herausfanden. Anders sah es bei den Versuchsteilnehmern aus, die wach geblieben waren. Sie hatten sich laut Studie nicht gemerkt, was die Forscherin mit der Handpuppe vorgemacht hatte.

Dr. Sabine Seehagen

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