Studenten-Mord in Perugia war ungeplant

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Der Studenten-Mord, für den die Studentin Amanda Knox 26 Jahre in Haft sitzt, war ungeplant. 

Perugia - Die spektakuläre Tötung der britischen Studentin Meredith im italienischen Perugia war laut Urteilsbegründung nicht geplant und weder Hass noch Groll spielten bei den Tätern eine Rolle.

Vielmehr führten “zufällige Gegebenheiten“ zum gewaltsamen Tod der 21-Jährigen im Jahr 2007. Das geht aus der 427 Seiten umfassenden Urteilsbegründung des Gerichts hervor, die erst am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das Gericht hatte im Dezember die US-Studentin Amanda Knox - oft “Engel mit den Eisaugen“ genannt - und ihren ehemaligen Freund Raffaele Sollecito wegen Vergewaltigung und Tötung der jungen Frau zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt. In Italien wird die Begründung von Gerichtsurteilen Monate später nachgereicht.

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Nach einem aufsehenerregenden Indizienprozess, der elf Monate gedauert hatte, waren die 22-jährige Amerikanerin und der drei Jahre ältere Italiener schuldig gesprochen worden, Meredith Kercher umgebracht zu haben. Das Opfer war am 2. November 2007 halbnackt, mit durchschnittener Kehle, vergewaltigt und von 40 Messerstichen übersät in ihrer Wohnung in Perugia gefunden worden. In dem Prozess ging es um Drogenmissbrauch und extreme Sexspiele, bei denen Kercher nicht habe mitmachen wollen. Darauf spielt das Gericht an, wenn es von einer ungeplanten Tat spricht. Beide Angeklagten hatten ihre Unschuld beteuert.

Das Urteil wurde von Medien in den USA scharf kritisiert, von den Angehörigen der Toten jedoch begrüßt. Der Prozess habe “ein einheitliches und vollständiges Bild (von der Tat) ergeben, ohne Lücken und Ungereimtheiten“, heißt es in der Urteilsbegründung. Amanda Knox und der Italiener hätten in der Nacht des Verbrechens gelangweilt nach Abwechslung gesucht und seien dabei auf das Opfer gestoßen. Was folgte, habe sich so ergeben - es lägen keinerlei Hinweise auf eine Vorbereitung dieser Tat vor. Vielmehr, so die Urteilsbegründung, hätten die drei Täter mit einem Gefühl des Mitleids und einer Art Reue die Tote noch mit einer Decke zugedeckt. Vor Knox und Sollecito war als dritter Täter per Schnellverfahren bereits ein Einwanderer von der Elfenbeinküste verurteilt worden.

dpa

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